Neuvermessung des Mädchens: Forscher bei Scans im Jahr 2018.

© EPA/BART MAAT

Kultur
04/28/2020

Vermeers "Mädchen mit Perlenohrring" trägt gar keinen Ohrring

Forscher untersuchten das Gemälde mit Röntgentechnik und förderten unter anderem einen grünen Vorhang zutage.

Die bisher größte wissenschaftliche Untersuchung des berühmten Gemäldes „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ von Johannes Vermeer (1632-1675) hat überraschende neue Erkenntnisse über den Maler und seine Arbeitsweise erbracht. „Wir sind dem Bild sehr viel näher gekommen als jemals zuvor“, sagte die Direktorin des Den Haager Mauritshuis, Martine Gosselink, am Dienstag.
Das größte Geheimnis aber, nämlich wer das Mädchen auf dem Bild ist, konnten die Forscher nicht lüften.

Sie entdeckten nach Angaben des Museums, dass Vermeer hinter dem Mädchen ursprünglich einen grünen Vorhang gemalt hatte. Der war im Laufe der Zeit verschwunden. Außerdem sahen sie mit Hilfe von Röntgen-Scannern die feinen Wimpern des Mädchens, die mit dem menschlichen Auge nicht zu sehen sind. Der „Perlenohrring“, so das Museum, sei nur „eine Illusion“.

Der Ohrring schwebe, denn es gebe keinen Haken, mit dem er am Ohr befestigt sein müsste. Dank der Untersuchung ist nun erstmals auch die Farbpalette Vermeers detailliert beschrieben.

Ein internationales Forscherteam hatte das von 1665 bis 1667 gemalte Bild im März 2018 mit den neuesten Scannern und Techniken untersucht. Jetzt machte das Museum auf einer virtuellen Pressekonferenz die Ergebnisse bekannt. Es war nach 1994 die zweite große wissenschaftliche Untersuchung des Meisterwerkes.

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