Venedig: Küsschen, Höschen, Hoppalas

Stars haben es nicht leicht: Ein Auftritt am Roten Teppich ist anstrengend und kann gefährlich werden - zumindest für den Rocksaum. Das musste Madonna nun in Venedig erfahren.

Wenn sich Stars am Roten Teppich tummeln, dann sind sie von Fotografen umringt. Jede Grimasse, jeder Fehltritt und jeder peinliche Schnitzer wird für die Nachwelt festgehalten. Auch alte Showbiz-Hasen wie Al Pacino und Madonna mussten das während ihres Venedig-Aufenthalts feststellen. Einer, der sich in Venedig nicht entscheiden konnte, wie er zu seinen Fans steht, war Al Pacino. Zuerst gab's die Grimasse, dann den Kussmund. Dabei hätte sich seine Freundin Lucila Sola wahrscheinlich sehr über ein Busserl gefreut, stattdessen wurde sie von dem 71-Jährigen über den Teppich gezerrt. "Wilde Salome" heißt der Film des Schauspielers, "wilder Pacino" wäre treffender. Besser stellte sich da Pacinos Co-Star Jessica Chastain an. Sie weiß wie zarte Küsschen verteilt werden. Weil's so schön war: Mach's noch einmal, Jessica! Ebenso schön, wenn auch nicht ganz so verführerisch: Gwyneth Paltrow. Madonna, die Erste: Das Küsschen des einstigen Sexsymbols verschreckt eher, als es anlockt. Schauspielerin Valeria Marini verwechselte das Filmfest am Lido wohl mit einer Stripbar. Wie wäre die anrüchige Geste an der Stange sonst zu verstehen? Der wohl einzig gscheite Kuss fand zwischen John C. Reilly und seiner Frau, Produzentin Alison Dickey, statt. Die italienische Schauspielerin Tiziana Lodato war ausgelassen und begeisterte die Fotografen mit einer Tanzeinlage. Bei den Luftsprüngen flog auch das Kleid gleich mit. Dass Tanzen keine gute Idee ist, musste auch Schauspielerin Rona Hartner feststellen. Das Röckchen flog hoch und höher, bis das Höschen blitzte. Madonna, die Zweite: Ein Auftritt am roten Teppich ist nicht immer einfach, auch nicht für die "Queen of Pop". Bei der Premiere ihres Films "W.E." wollte die 54-Jährige gemeinsam mit ihren Hauptdarstellerinnen Abbie Cornish und Andrea Riseborough ganz cool über den Red Carpet flanieren. Doch das gelang den drei Damen nicht ganz, wie folgende Bilder beweisen. Aber der Reihe nach: Superstar Madonna wurde bei der Hinfahrt zur Premiere von einem Schmetterlingsschwarm attackiert. Die Stylistin konnte daran auch nichts mehr ändern, bemühte sich jedoch um die richtige Auslegung der Schleppe. Am Anfang noch kein Problem, Regisseurin Madonna marschiert zu ihren Darstellerinnen, ... ... doch schon das Nebeneinanderstehen erwies sich als schwierig. Mussten doch die teils ausladenden Roben richtig sitzen - pardon, stehen. Da legte die Diva selbst Hand an. Nix mit Pippa-Po: Madonnas Hintern zeichnete sich durch das fließende Kleid nicht ab, das lag auch daran, dass die 53-Jährige ständig daran herumzerrte. Weiter ging es mit dem Lauf am roten Teppich: Das Kleid zu lang, keine Stylistin in Sicht und Andrea Riseboroughs gelbe Robe immer im Weg. "Bitte steig mir nicht aufs Kleid!", dachte sich wohl die blasse Britin, als Madonna hinter ihr herstöckelte. Eine hatte noch gut lachen: Abbie Cornish. Die australische Schauspielerin handelte klug und machte auf Schlusslicht. Doch mit einer hatte auch Cornish nicht gerechnet: Auf einmal schloss sich Co-Star Natalie Dormer dem Trio an und gefährdete nun auch Cornishs Saum. Dabei wäre es so einfach gewesen, wie die Darsteller von "W.E." zu Beginn demonstrierten. Einfach Hände halten und gemeinsam nebeneinander über den roten Teppich gehen. Doch die Damen ließen sich durch diese Hoppalas nicht aus der Ruhe bringen. Schließlich sind sie alle Profis. Strahlend lächelten sie für die Fotografen - ob sie auch nach der Vorstellung so amikal waren, ist leider nicht bekannt. Madonnas zweiter Regieversuch lief bei der Biennale außer Konkurrenz, daher durften sich die Diva und ihre Darsteller erst nach dem Hauptfilm des Abends, der am Wettbewerb teilnimmt, präsentieren. Dabei hätten sich alle "W.E."-Protagonisten etwas von den "Der Gott des Gemetzels"-Darstellern abschauen können: Kurzes Kleid und nebeneinander gehen. Gut, das mit dem Händeringen funktionierte auch bei der "W.E." Premiere. 

Im Bild (von links): John C. Reilly, Kate Winslet und Christoph Waltz. Hand aufs Herz: Das hätten einige Promis mit weniger Teppicherfahrung wohl besser gemacht. Schauspielerin Cristiana Capotondi etwa. Diese Geste machte sich auch die italienische Schauspielerin Giulia Bevilacqua zu eigen, ebenso wie ihre Kollegin ... ... Maria Grazia Cucinotta. Das Ex-Bondgirl griff sich an die Brust, äh ans Herz. Warum gerade diese Geste in Venedig so beliebt war, konnte nicht geklärt werden. 

Im Bild: Die Schauspieler Riccardo Scamarcio und Valeria Golino.
(KURIER.at) Erstellt am
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