Kultur
24.03.2018

Uli Brée: Das Achselhaar könnte länger sein

Der Mann hinter den "Vorstadtweibern" ist reif für einen langen Roman.

 Das könnte/sollte der Beginn eines Romans sein: „Sie“ schreit auf dem Weg ins Kino, zu „Titanic“: „Ich liebe dich!“ – „Er“ entdeckt unter ihrer Achsel ein paar Haare, so gekräuselt – „Es sah aus, als wäre ein altes Kissen aufgeplatzt und die Rosshaare herausgequollen.“ Sein Lachkrampf treibt sie für immer in die Flucht.
Frauen sind nicht so. Sie sind anders.

Und Männer? Sind ganz anders. Man hat ja schon Erfahrungen gemacht in der TV-Serie „Vorstadtweiber“. Uli Brée hat sie erfunden und er hat jede Folge geschrieben. Drehbücher kann er, allmählich drängt ihn die Frage: Kann er „richtiges“ Buch?
„Schwindelfrei“ ist noch kurzatmig. Nicht auszudenken, Brée wagt sich über einen langen Text. Hoffentlich spielt dann das Ehepaar im Altersheim mit – sie sagt: „Nein, nein, ich kauf dir keine neuen Schuhe. Sonst läufst du mir noch davon!“ Auch die Inschrift auf einem Grab darf im Roman vorkommen: „An den Gräbern der meisten Menschen trauert ihr nicht gelebtes Leben.“  


Uli Brée:
„Schwindelfrei“
Residenz
Verlag.
180 Seiten.
20 Euro.

KURIER-Wertung: ****