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Pop
07/13/2021

Tom Odell hat endlich keine Angst mehr vor dem Monster im Kopf

Der Singer/Songwriter erzählt, wie er mit Panikattacken kämpfte und warum ihn das motivierte, sozialkritische Songs zu schreiben

„Es gab so viele Situationen, als ich mich zum Beispiel vor einem Konzert auf die Toilette verzogen habe, mich am Sitz angeklammert und versucht habe, mir einzureden, dass diese Panik, die ich spüre, vorbeigehen wird.“ Absolut hilflos, erklärt Tom Odell im KURIER-Interview, habe er sich dabei gefühlt. Und die Panikattacken wurden über eineinhalb Jahre stärker und stärker.

Das erste Mal, dass er sich deswegen nicht selbst verurteilte, sondern sich „ein bisschen Mitgefühl zukommen ließ“ war, als er darüber den Song „Monster“ schrieb.

Der wurde soeben auf Odells Album „Monsters“ veröffentlicht. Damit geht der britische Singer/Songwriter, der 2013 mit dem Hit „Another Love“ den Durchbruch schaffte, ein wenig von seinem nachdenklichen Piano-Stil ab und baut in einige Stücke elektronische, poppigere Elemente ein. Der Schlüsselsong „Monster“ ist deshalb darauf sowohl in der akustischen als auch in der mit Beats unterlegten Version zu hören.

„Ich kam ins Studio und hatte sofort eine Panikattacke. Immer wieder musste ich deshalb Termine absagen und Ausreden dafür erfinden, was mir natürlich peinlich war. Darüber den Song ,Monster’ zu schreiben, hat mich neu beflügelt.“

Trotz dieser persönlichen Probleme übt Odell auf dem Album mit Songs wie „Money“ und „Noise“ auch Kritik an den sozialen Gegebenheiten und dem Kapitalismus. Denn die Heilungsmethoden, die ihm Therapeuten in der Krise anboten, frustrierten ihn zunehmend: „Da wird immer nur in deiner Vergangenheit gestöbert, um dort das traumatische Ereignis auszugraben, das die Attacken ausgelöst hat. Aber ich kam drauf, dass das Trauma, das mich beeinflusst, die Welt um mich herum ist.“

So macht sich Odell – gewürzt mit Selbstironie und Humor – in den neuen Songs über den Einfluss der sozialen Medien oder Korruption Gedanken. „Wir sind alle Sklaven von Instagram und Facebook, kriegen von unseren Telefonen dauern gesagt, wie verbunden wir mit Anderen sind“, sagt er.

„Trotzdem fühlen sich so viele Leute wie nie einsam, und mehr Alte denn je sterben allein. Die UNO sagt uns, dass wir jedes Jahr mehr und mehr Menschen aus der Armut holen. Das kann ich schon glauben. Aber trotzdem wächst die Kluft zwischen Reich und Arm. Ich verstehe ehrlich nicht, wie man in dieser Zeit nicht Angst bekommen kann, wenn man sich in der Welt umschaut.“

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