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Kultur
12/05/2011

Thomas Freudensprung ist tot

25 Jahre lang stand Freudensprung auf der Bühne und vor der Kamera. Am Wochenende verunglückte der Vater eines kleines Sohnes tödlich.

Keine Rolle war ihm zu groß, keine zu klein. Thomas Freudensprung nahm jedes Engagement ernst, legte sein ganzes Herzblut in die Charaktere, die er verkörperte. 25 Jahre lang hatte er auf den heimischen Bühnen gestanden. Samstagnachmittag wurde der gebürtige Wiener Neustädter durch einen tragischen Unfall aus dem Leben gerissen. Der leidenschaftliche Motorradfahrer war mit seiner Ducati Monster im mittleren Burgenland unterwegs gewesen, als er bei Landsee aus ungeklärter Ursache in einer Rechtskurve zu Sturz kam, auf die Gegenfahrbahn schlitterte und frontal in einen entgegenkommenden Pkw prallte. Der 46-Jährige starb noch an der Unfallstelle.

Schon als Kind hatte Freudensprung davon geträumt, einmal auf der Bühne zu stehen. Die Faszination für das Rampenlicht hatte die "Wiener Blut"-Produktion am Stadttheater Baden in ihm geweckt. Die Bretter, die die Welt bedeuten, erklomm Freudensprung zu Beginn allerdings nicht als Schauspieler, sondern als Musiker. Mit Künstlern wie Bernhard Macheiner (Jazzklavier) und Richard Filz (Schlagzeug) zog Freudensprung als Bassist und Sänger durchs Burgenland, wo er auch seine Frau, die ORF -Redakteurin Silvia Schöll, kennenlernte.

Theater und Film

Doch während ihm nach eigenen Aussagen, für die Musik der nötige Ehrgeiz fehlte, widmete er sich leidenschaftlich dem Theater und schrieb sich in die Schauspielschule Krauss ein. Drei Monate später erhielt er sein erstes Engagement und noch bevor er die Schule abgeschlossen hatte, einen Jahresvertrag am Stadttheater Baden - und spielte in "Wiener Blut" mit.

Im Burgenland wirkte er in zahlreichen Produktionen der Schloss Spiele Kobersdorf mit. Mit Intendant Wolfgang Böck verband ihn auch die Liebe zum Motorradfahren. Neben dem Theater fand Freudensprung auch immer mehr Gefallen an der Arbeit vor der Kamera. Dem Fernsehpublikum ist Freudensprung durch seine Auftritte in "Tatort", "Trautmann", "Der Winzerkönig" oder " Schlosshotel Ort" bekannt.
Im Jahr 2006 stand er mit Romy Schneiders Tochter, Sarah Biasini, in der österreichisch-französischen Produktion "Wir sind so verhasst" in einer der Hauptrollen vor der Kamera. Seine Stimme war in zahlreichen Ö1-Literaturproduktionen zu hören. Bis Ende September begeisterte Thomas Freudensprung in Kottingbrunn als "Der Bockerer". Der Schauspieler hinterlässt seine Frau und einen kleinen Sohn.

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