Wie leistet man Widerstand? "Out loud -Resistance“ im Theater am Werk
Com, Ve und Rae wollen Widerstand leisten. Gegen wen, verraten sie nicht. Für sie stellt sich zunächst die Frage, wie sie dabei vorgehen sollen. Das Wie wird jedoch immer mehr durch ein Ob verdrängt. So lässt sich kurz zusammenfassen, worum es in "Out loud – Resistance“ des Kollektivs Gobo Performs geht.
Dessen Name stammt von einer Maske für Scheinwerfer (Gobo ist die Abkürzung für Graphical optical Blackout), womit Muster auf eine Bühne projiziert werden. Dieser Name ist in gewisser Hinsicht Programm für die 70 Minuten währende Produktion.
Die ist der zweite Teil der Trilogie „Out loud“. Der erste kam bereits im Oktober 2023 zur Aufführung. Das Szenario erinnert irgendwie an „Blade Runner“ (Bühne: Ece Anis Kollinger, Kostüme: Anillo Sürün, Regie: Didem Kris, Musik: Aras Levni Seyhan), wenn drei futuristisch gewandete Gestalten aus einem roten Tor im Hintergrund hervortreten und zu einem „Gathering“ zusammen kommen. Was sie besprechen wollen, wissen diese Figuren offensichtlich selbst nicht so genau, außer, dass um Widerstand geht.
Com will Ordnung ins Chaos bringen, Ve bekennt, dass sie irgendetwas nicht reparieren konnte und Rae ist auf der Suche nach Zuneigung. Irgendwann kommen sie drauf, dass einer fehlt. Verzweifelt rufen sie nach ihm und versuchen, dessen letzten Aufenthaltsort zu rekonstruieren.
Man kann nur mutmaßen, ob diese „Wo ist Emil?-Rufe vom gleichnamigen Elch, der vor einigen Monaten durch Österreich streifte, inspiriert worden ist. Gespielt wird auf Englisch und Deutsch.
Anillo Sürün, Charlotte Zorell und Violetta Zupančič agieren engagiert. Didem Kris tritt als Erzählerfigur auf und führt anhand eines Modells in die Geschichte kryptisch ein. Dennoch bleibt alles rätselhaft und verstörend. Das Premierenpublikum beklatschte alle Beteiligten.
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