Tanzshow "Viva la Vida“ in Wien: Frida Kahlo und die Feier des Lebens
Von Silva Kargl
Eine bunte Tanzshow mit mitreißender Live-Musik um die Sängerin Greta Marcolongo ist dem Choreografen Enrique Gasa Valga mit "Viva la Vida“ – A Tribute to Frida Kahlo“ gelungen, zu sehen mit seiner neuen Dance Company in der Halle E im MuseumsQuartier.
In 14 Bildern dienen Begebenheiten aus dem Leben der mexikanischen Malerin Frida Kahlo als Ausgangspunkte für abwechslungsreiche Tanzszenen mit Ensembles, Duetten und Soli.
„Lebe das Leben“
„Viva la Vida“ ist der Titel von Kahlos letztem Bild, einem Stillleben mit Melonen. „Lebe das Leben“ ist zugleich das Motto des Stücks, das die Atmosphäre von idyllischen und dynamischen Bildern um das Schicksal der 1954 im Alter von 47 Jahren verstorbenen Malerin, deren Bilder heute Rekordpreise erzielen, stimmig nachzeichnet.
Schon das Bühnenbild mit Blumen und Hühnerskulpturen an den Wänden ihres Casa Azul im berühmten Tiefblau und eingebohrten Metallstangen gegenüber drückt den Konflikt des oberflächlich träumerisch wie unbeschwerten Lebens aus, das in der Realität von gescheiterten Liebesbeziehungen, Fehlgeburten und den Folgen eines Busunfalls 1925, bei dem eine Stange ihr Becken durchbohrt hatte, gekennzeichnet war.
In den letzten Lebensmonaten konnte Kahlo nur mehr liegen, ihr Körper war bis auf die Arme und Hände in einem Metallkorsett gefangen. Dass sie trotz dieser körperlichen Einschränkungen und ständigen Schmerzen als Bühnenfigur ausgerechnet im Tanztheater porträtiert wird, ermöglicht eine freie Interpretation ihrer Bilder mittels Choreografie.
Besonders einfühlsam setzen die beiden Frida-Tänzerinnen Alicia Amorotti und Lara Brandi das berühmte Gemälde „Die zwei Fridas“ um, das als Hinweis auf die europäisch-mexikanischen Wurzeln Kahlos gedeutet wird.
Zerrissenheit
Die Choreografie zeigt in Soli auch die innere Zerrissenheit Kahlos nach der Trennung von ihrem ebenso malenden Mann Diego Rivera. Weitere Szenen schildern in unterschiedlichen choreografischen Stilen Affären und Begegnungen mit Leo Trotzki und Kommunisten, denen Kahlo und Rivera nahestanden, und mit dem französischen Dichter André Breton – Mexiko war 1938 zum Fluchtpunkt für europäische Intellektuelle geworden.
Dazwischen stehen kurze Texte und beschwingte, gut und spritzig getanzte Szenen mit Elementen aus Bolero, Tango und Charleston.
Vorstellungen bis 18. 1. im Museumsquartier, Halle E.
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