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Kultur
06/25/2019

Szenenwechsel am Semmering: Festival komplett im Südbahnhotel

Das Festival Kultur.Sommer.Semmering (6. 7. bis 8. 9.) zieht mit allen 56 Veranstaltungen ins legendäre Südbahnhotel

Eine schwierige Situation in einem ohnedies schwierigen Umfeld. Allerdings mit Happy End. Der Kultur.Sommer.Semmering muss kurz vor der Eröffnung am 6. Juli übersiedeln. Ganz ins Südbahnhotel.

„Notwendig wurde das durch für uns absolut überraschende und vor allem finanziell unerfüllbare Bedingungen vom heimischen Eigentümervertreter des Kurhauses am Semmering, das sich seit Jahren in kasachischen Händen befindet“, sagt Intendant Florian Krumpöck im KURIER-Gespräch.

Das Festival wandert somit mit seinem gesamten Theater-, Literatur- und Musikprogramm – insgesamt 56 Veranstaltungen – ins prachtvolle Südbahnhotel. Ein Glücksfall mit Schattenseiten.

„Ein organisatorischer Super-GAU und eine große logistische Herausforderung, da sich die Verlegung nur mit einem sehr großen Aufwand bewältigen lässt“, so Krumpöck, „und weil bereits rund 5.000 Karten verkauft sind und umgebucht werden müssen.“

Südbahnhotel

Südbahnhotel

Südbahnhotel

Südbahnhotel

Südbahnhotel

Südbahnhotel

Südbahnhotel

Südbahnhotel

Südbahnhotel

Südbahnhotel

Attraktives Programm

An zehn Sommerwochenenden treten u. a. Senta Berger, Karl Markovics, Angelika Kirchschlager, Alfred Dorfer, Elisabeth Orth, Erwin Steinhauer, Maria Happel und Fritz Karl auf. Die Fortsetzung der literarisch-musikalischen Pilgerfahrt zu Beethoven führt heuer gleich drei Abende lang auf die Spuren des Komponisten aus Bonn mit Wahlheimat Wien.

Weiters geht’s beim Lesereigen „Literarische Sommerfrische“ in der Direttissima hinein in die Blütezeit des Südbahnhotels, als bereits die großen österreichischen Literaten der Jahrhundertwende – von Schnitzler bis Zweig – auf Sommerfrische im noblen Luftkurort waren.

„Auch wenn mir der Ausfall des denkmalgeschützten Kurhauses als Veranstaltungsort persönlich sehr leidtut, der endgültige Einzug ins patinierte Südbahnhotel eröffnet neue Perspektiven für die Zukunft“, so Krumpöck, der „den Ausverkauf österreichischer Kulturgüter“ in der Semmeringregion und überhaupt an zweifelhafte Investoren aus dem Ausland durch die heimische Politik vehement kritisiert. Die schmerzlichen Folgen erlebe er jetzt gerade im fünften Jahr seiner Festival-Intendanz.

Positiv die Festivalbilanz: Die Besucherzahlen haben sich innerhalb von vier Jahren auf 8.000 verdoppelt. Heuer werden 9.000 bis 10.000 Besucher erwartet.

Zukunftsmusik

„Dabei könnte das Kurhaus nach einer Softrenovierung ganzjährig ein genreübergreifendes Kunst- und Kulturzentrum werden, finanziert durch Sponsoren und eine Unterstützung des Landes Niederösterreich“, so Krumpöck. „Die Kultur könnte die Keimzelle sein für die Wiederbelebung und den Wiederaufbau – in der Folge auch mit Hotellerie und Gastronomie – dieser Region, die sich derzeit im Dornröschenschlaf befindet.“kultursommer-semmering.at