© Ernst Weingartner

stift altenburg
07/13/2013

Die Hallodris aus dem Barock

Kritik. Mit "Teatro Barocco" sind im Stift Altenburg die Vorläufer des Wiener Volkstheaters zu sehen.

Besonderes Sommertheater bietet das Stift Altenburg mit „Teatro Barocco“. Unter der Leitung von Bernd Roger Bienert sind bis 21. Juli Rekonstruktionen von Werken aus der Barockzeit zu sehen, nach historischen Vorlagen und dennoch nicht museal.

Die Bühne ist in der Stiftsbibliothek aufgebaut und erinnert an die Tradition barocker Saaltheater. Bei Kerzenbeleuchtung fügt sie sich wunderbar zu Paul Trogers theatralischen Fresken, deren Farben in diesem Ambiente noch mehr an Strahlkraft gewinnen. Aries Caces sorgt vom Cembalo aus für die musikalische Leitung eines exquisiten Originalklang-Ensembles.

Im ersten Teil ist Ulrich Reinthaller Pygmalion im gleichnamigen Melodram von Georg Anton Benda zu einem Text Jean-Jacques Rousseaus. Eine seltene Gelegenheit, diese Form des Musiktheaters als Verbindung von Rezitation, begleitet von Gesten, mit Musik zu erleben – wiewohl sie nicht zuletzt durch Richard Strauss bis ins 20. Jahrhundert nachwirkt.

Elf Jahre zuvor (1768) entstand Michael Haydns „Die Hochzeit auf der Alm“ als amüsanter Einakter für das Salzburger Benediktinertheater. Neben der Unterhaltung sollten die Zuschauer auch moralisch beeinflusst werden. Dieses Stück, mit der erst 15-jährigen Marie-Sophie Janke als Selinde und dem Sopranisten Arno Raunig als „Wildbretschütz“ Polidor an der Spitze eines guten Ensembles, ist ein sehenswerter Vorläufer für das Wiener Volkstheater Nestroys bis zu Singspielen Schikaneders. Altenburg setzt sozusagen auf die Mutter des Sommertheaters.

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