Bejubelt: Die Tänzer Kirill Kourlaev als Engel  und  Denys Cherevychko als Joseph in "Josephs Legende".

© /Wiener Staatsballett / Michael Pöhn

Weltflucht und Lichtgestalten
02/05/2015

Weltflucht und Lichtgestalten

John Neumeiers "Josephs Legende" und "Verklungene Feste" an der Staatsoper.

Ein Triumph für Richard Strauss und John Neumeier: Die 1977 für das Ballett der Wiener Staatsoper choreografierte "Josephs Legende" zählt zu den größten Erfolgen der Wiener Ballettgeschichte. Am Mittwoch zeigte das Wiener Staatsballett erstmals die 2008 für Neumeiers Hamburg Ballett entstandene Choreografie "Verklungene Feste" und die Neufassung der "Josephs Legende".

Mitten im Zweiten Weltkrieg befasste sich Richard Strauss für "Verklungene Feste" mit Tanzmusik des französischen Barockkomponisten François Couperin. Durch die Fortführung der meisterhaften Neuinstrumentierung von Strauss entstand 1943 das "Divertimento op. 86", das Neumeier als einen der Ausgangspunkte seiner Choreografie für fünf Solopaare und Ensemble wählte.

Impressionen

ARCHIVBILD: FOTOPROBE: "JOSEPHS LEGENDE"

ARCHIVBILD: FOTOPROBE: "JOSEPHS LEGENDE"

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Josephs Legende…

Josephs Legende…

Josephs Legende…

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josephs legende …

Subtiles Schwelgen

Ein Schwelgen in Erinnerungen wird subtil in Beziehungen übertragen. Liudmila Konovalova und Davide Dato vermitteln jugendliche Euphorie, während Irina Tsymbal und Mihail Sosnovschi tanzen, als ob sie bald den Boden unter den Füßen verlieren. Im Pas de deux mit Eszter Ledán wirkt Robert Gabdullin wie ein Schatten, der im Traum erscheint. Tod, Verlust und Trauer sind heimliche Partner dieser Choreografie.

Die 1914 in Paris uraufgeführte "Josephs Legende" litt lange an einem Widerspruch der Komposition mit der tänzerischen Umsetzung der Handlung. Gewaltig rauscht die Musik, wenn das Orchester der Wiener Staatsoper unter Mikko Franck einen üppigen Klangteppich ausbreitet.

Die Schlichtheit der Choreografie Neumeiers und die wunderbar leichten und fließenden Kostüme von Albert Kriemler (Akris) lassen die Besonderheiten der Komposition besonders glänzen.

Potiphars Gäste, Diener, Räuber und Klageweiber haben viel mehr zu tanzen als in der Fassung von 1977. Kevin Haigen, der die Titelrolle kreierte, betreute nun mit Sonja Tinnes und Neumeier die Einstudierung in Wien, in der jedes noch so kleine Detail Bedeutung bekommt.

Mit einer Fülle von Einfällen verleiht Neumeier den vier Protagonisten Profile. Denys Cherevychko gilt als technisch bester Tänzer des Wiener Staatsballetts. Als Joseph gibt er zu seiner Virtuosität eine Unbeschwertheit, die aus Naivität eine Stärke macht. Ihm steht mit dem Engel eine Lichtfigur zur Seite, souverän getanzt von Kirill Kourlaev. Roman Lazik versteht es als Potiphar, dieser Herrscherfigur menschliche Züge zu verleihen. Rebecca Horner tanzt und spielt Potiphars Weib leidenschaftlich, voll Emotionen und stark.

KURIER-Wertung:

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