Schauspielleitung: Hinterhäuser im Konflikt mit dem Festspielkuratorium

SALZBURGER FESTSPIELE: PRÄSENTATON "JEDERMANN 2024. ERSTE EINBLICKE IN DAS KONZEPT DER NEUINSZENIERUNG": HINTERHÄUSER
Salzburger Festspiele: Karin Bergmann, die Favoritin des Intendanten, soll nicht beim Hearing gewesen sein.

Karoline Edtstadler (ÖVP), die Salzburger Landeshauptfrau, berief kurzfristig für Dienstagabend eine Sondersitzung des Festspielkuratoriums ein. Hintergrund ist ein länger schwelender Konflikt mit Intendant Markus Hinterhäuser wegen der seit 2024 vakanten Position der Schauspielleitung.

Wie vom Kuratorium beauftragt, hat der Intendant die Stelle ausgeschrieben: Die Bewerbungsfrist lief bis Mitte Dezember 2025, die Kandidaten in der Endrunde wurden am 28. Jänner gehört. Tags darauf bezeichnete die Kronen Zeitung die ehemalige Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann als Favoritin – und zitierte Markus Hinterhäuser. Er hat für den heurigen Sommer neben dem Opern- auch das Schauspielprogramm konzipiert – und ließ sich dabei u. a. von Karin Bergmann beraten, die er als "liebe Freundin" bezeichnet hat.

Übers Wochenende sickerte jedoch durch, so die Salzburger Nachrichten, dass Bergmann sich weder schriftlich beworben noch am Hearing teilgenommen habe. Wenn dies stimme, meinte der Salzburger Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) gegenüber den SN, dann sei dies "ein Skandal". Denn die Vorgangsweise widerspreche dem Auftrag des Kuratoriums, dass es "ein transparentes Auswahlverfahren mit einem Hearing gibt". Das Gremium gehe davon aus, dass jene Person den Posten bekomme, die "aus dem Hearing als beste hervorgegangen ist". Auinger versicherte, dass er in keiner Weise an den Qualifikationen von Bergmann zweifle. Und freilich obliege es dem Intendanten, eine künstlerische Abteilungsleitung auszusuchen. Doch jemanden zu bestellen, der nicht im Hearing gewesen sei, "das kann sich das Kuratorium nicht bieten lassen".

Bei der stundenlangen Sitzung am Dienstag sei auch über über eine Vertragsauflösung diskutiert worden, wie die APA unter Berufung auf Teilnehmer berichtete. Edtstadler zeigte Hinterhäuser danach die gelbe Karte. Bei der nächsten regulären Sitzung am 26. Februar muss er sich gegenüber dem Kuratorium erklären. Dann soll entschieden werden, wie es mit ihm als Intendant weitergeht und wie in Sachen Schauspielleitung weiter vorgegangen werden soll. Möglich sei, dass das Verfahren neu aufgerollt wird, so Edtstadler.

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