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Beethovens Sonaten – pianistisch grandios
08/21/2014

Beethovens Sonaten – pianistisch grandios

Kritik. Rudolf Buchbinder im Mozarteum.

Hans von Bülow, berühmter Klaviervirtuose und Dirigent des 19. Jahrhunderts, hat sie seinerzeit an einem Abend aufgeführt. Ebenso wie jetzt Rudolf Buchbinder als Abschluss seines Beethoven-Zyklus bei den Salzburger Festspielen: Die letzten drei Sonaten von Ludwig van Beethoven.

Das ist durchaus gerechtfertigt, denn obwohl sie eigene Opus-Zahlen haben, sind sie miteinander verwandt. Einige Experten sehen sie überhaupt als vielsätzige Großsonate, die dramaturgisch auf den transzendenten Schluss der letzten angelegt ist.

Sonaten-Kosmos

Im wie immer ausverkauften Saal des Mozarteums wusste er zu begeistern, der viel beschäftigte Starpianist: "Sein" Festival in Grafenegg hat ja schon begonnen, und ein Abschlusskonzert beim Carinthischen Sommer steht nächste Woche auch noch am Programm.

Seit Jahrzehnten beschäftigt sich Buchbinder mit Beethovens Sonaten-Kosmos. In 45 Städten, so auch in Wien, hat er alle 32 Sonaten, die Bülow übrigens als "Das Neue Testament der Klaviermusik" bezeichnet hat, schon zyklisch aufgeführt. Wahrscheinlich ein Weltrekord.

Und obwohl man einzelne Sonaten schon selbst oft gehört hat, stellt man fasziniert fest, dass der beliebte Wiener Künstler darin immer wieder neue Facetten findet.

Absolut perfekt

In den Variationen und Verwandlungen, die sich immer neu entfalten (op. 109), in einer Fuge, deren strenge Ordnung ins Offene aufbricht (op. 110), in den diesseitigen und jenseitigen Klängen, die zur finalen Verklärung führen (op.111).

Sämtliche Werke wurden auswendig, mit absoluter Perfektion und Durchhörbarkeit gespielt, alle technischen Schwierigkeiten wurden mit scheinbarer Mühelosigkeit und Leichtigkeit bewältigt.

Perlende, klare Läufe, sichere weitgriffige Akkorde erklangen ebenso wie feine, farbige Töne und wuchtige dramatische Attacken.

Mit einem Wort: Einfach grandios! Als Zugabe für den donnernden Applaus erklang noch ein Impromptu von Franz Schubert, übrigens ein Fackelträger bei Beethovens Begräbnis, wie Buchbinder erzählte.

KURIER-Wertung:

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