Chefdirigent Cornelius Meister startet in sein bereits fünftes Jahr

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09/30/2014

RSO startet mit Russland-Konzert in die Saison

Neuer Intendant soll nach Scheib-Abgang im November feststehen - Meister setzt auf "klare Identität" des Klangkörpers.

Energiegeladen und gut gelaunt hat das Management des ORF Radio-Symphonieorchesters (RSO) am Dienstag die Vorhaben für die kommende Saison präsentiert. In seinem fünften Jahr setzt Chefdirigent Cornelius Meister 2014/15 in 64 Konzerten - darunter zwei Ur- und sechs Erstaufführungen - auf die "klare Identität" des Orchesters, die auch "bei einem einzigen Blick ins Programm ersichtlich" werden soll.

Mit Werken von Dmitrij Schostakowitsch über Richard Strauss bis hin zu Paul Hindemith besinnt man sich weiterhin auf das Repertoire des 20. Jahrhunderts, nicht ohne jedoch die Gegenwart außen vor zu lassen: So finden sich auch Zeitgenossen wie Georg Friedrich Haas, Johannes Maria Staud oder Wolfgang Rihm im frisch gedruckten Programmheft, in dem künstlerische Fotos von Katharina Struber das Saison-Motto "Orchester in Bewegung" untermauern.

Russland-Bezug

Besonders stolz zeigte sich Meister im Pressegespräch, den Saisonauftakt - freilich in der Planungsphase in Unkenntnis der rezenten weltpolitischen Situation - mit einem Russland-Bezug zu bestreiten. So steht am 2. Oktober im Musikverein Mussorgskijs "Eine Nacht auf dem kahlen Berge" auf dem Programm - "und das nicht in irgendeiner Fassung, sondern in jener von Gottfried von Einem, der einen neuen Schluss komponiert hat", so Meister, der sich auch über die junge niederländische Solistin Harriet Krijgh freute, die an diesem Abend Schostakowitschs "Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1" zum Besten geben wird. Den Abschluss an diesem Abend macht Tschaikowskys 6. Symphonie.

Lob von Amon

Viel Lob bekam Meister von ORF Radiodirektor Karl Amon: "Cornelius Meister hat von Jahr zu Jahr eine Qualitätseinheit zugelegt und ich bin überzeugt, dass er diesen kaum noch steigerbaren Weg auch heuer weitergehen wird", so Amon, der auch den "Weltruf" des Orchesters, das heuer etwa auch eine Spanien-Tour absolvieren wird, betonte. Dieser Reputation sei auch das "berauschende Interesse" zu verdanken, das er im Rahmen der Suche nach einem neuen RSO-Intendanten (nach der Nicht-Verlängerung von Christian Scheib) im Vorfeld bei Sondierungsgesprächen im Sommer erlebt habe. Der Posten werde jetzt ausgeschrieben und soll noch "bis Anfang November" besetzt werden. Als Interimsleiter fungiert derzeit Christian Edlinger, der sich am Dienstag darauf beschränkte, die Vermittlungsprogramme des RSO vorzustellen sowie die inhaltliche Beweglichkeit im Orchester zu loben.

Diese zeigt sich tatsächlich auch im Programm: Nach dem Auftakt im Musikverein folgt etwa die Saisoneröffnung im Wiener Konzerthaus, in dem die laufenden Gedenkjahre noch einmal im Fokus stehen. Joseph Haydns Symphonie A-Dur "Tempora mutantur" (1775) stehe exemplarisch für die großen Veränderungen an sich, so Meister, danach erklingt als Brücke zum Heute die Österreichische Erstaufführung von Johannes Maria Stauds "Oskar (Towards a Brigther Hue II)" sowie Richard Strauss' "Metamorphosen" und Schönbergs "Ein Überlebender in Warschau" - zwei Werke, die laut Meister "zeitlich sehr eng, musikalisch aber weit auseinander" stünden.

Weitere Highlights

Als weitere Highlights nannte Meister unter anderem das Silvesterkonzert im Theater an der Wien, bei dem Richard Strauss' "Vier letzte Lieder" sowie die Musik zum Stummfilm "Richard Wagner - eine Filmbiografie" erklingen, die bezeichnenderweise kein einziges Wagner-Werk beinhaltet, was den rechtlichen Umständen im Uraufführungsjahr 1913 geschuldet ist. Als Besonderheit gilt im Neuen Jahr die Aufführung von Wolfgang Rihms "Nähe fern 2 für Orchester", in dem sich dieser explizit auf Werke von Schumann und Bohuslav Martinu bezieht, die am 21. Jänner ebenfalls im Konzerthaus auf dem Programm stehen.

Ernst Theis steht am 6. März am Pult des RSO, wenn legendäre "Radiomusiken" von Kurt Weill wiederbelebt und zeitgleich auf Ö1 übertragen werden. Die Solisten rücken am 26. März bei der Aufführung von Frank Martins "Konzert für sieben Bläser, Schlagwerk und Orchester" verstärkt ins Zentrum. Auch die Uraufführung eines Auftragswerks von Gerald Resch ist an diesem Abend programmiert. Als einen der zahlreichen hochkarätigen Gäste hob Meister Hilary Hahn hervor, die am 21. Mai im Konzerthaus mit dem RSO auftritt. Als Dirigentin steht am 21. Juni Susanna Mälkki ebenfalls im Konzerthaus im Mittelpunkt, wo sie Werke von Bartok und Maurice Ravel dirigieren wird. Zu den fünf Opernproduktionen, die das RSO in dieser Saison bestreitet, zählt unter anderem "La straniera" von Vincenzo Bellini im Theater an der Wien (Premiere: 14. Jänner).

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