Galt als Favorit für die Volksbühne: René Pollesch

© dpa-Zentralbild/Britta Pedersen

Kultur
06/12/2019

René Pollesch wird Intendant der Berliner Volksbühne

Der Theaterregisseur und Autor wird das Theater, das von Frank Castorf geprägt wurde, ab dem Herbst 2021 leiten.

Der Theaterregisseur und Autor René Pollesch wird ab der Spielzeit 2021/2022 Intendant der Berliner Volksbühne. Das gab am Mittwoch der Berliner Senator für Kultur und Europa, Klaus Lederer, bekannt. Aktuell steht Klaus Dörr dem Haus interimistisch vor, nachdem der belgische Kurator Chris Dercon nach nur einer Spielzeit seinen Posten räumte. Ihm war als Nachfolger des langjährigen Volksbühne-Intendanten Frank Castorf, der das Haus ein Vierteljahrhundert geleitet hat, heftige Kritik entgegengeschlagen. Nach Dercons Abgang hatte es auch Debatten über Auslastung und Finanzlage der Volksbühne gegeben.

Mit Pollesch kehrt ein bekanntes Gesicht an das Theater am Rosa-Luxemburg-Platz zurück. Er leitete unter anderem eine Nebenbühne, den Prater im Stadtteil Prenzlauer Berg.Pollesch galt seit Längerem als Kandidat für die Leitung der Volksbühne. Pollesch wurde 1962 in Hessen geboren und hat Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen studiert. In der Vergangenheit hat er mit Schauspielern wie Martin Wuttke und Rois zusammengearbeitet, aber auch mit TV-Entertainer Harald Schmidt. 2002 wurde er vom Magazin „Theater heute“ zum besten deutschsprachigen Dramatiker gewählt. 2007 erhielt er den Nestroy-Theaterpreis.

In Berlin inszenierte er zuletzt am Deutschen Theater „Cry Baby“ mit Schauspielerin Sophie Rois und „Black Maria“. Und in Wien hatte erst kürzlich im Rahmen der Wiener Festwochen im Akademietheater „Deponie Highfield“ Premiere. Am 6. Juni wurde er im Kasino am Schwarzenbergplatz mit dem Arthur-Schnitzler-Preis ausgezeichnet.