Kultur
23.06.2018

René Freund: Der letzte Wunsch wird erfüllt

"Ans Meer" ist ein Roman, dem man nach zwei Seufzern ausgeliefert ist.

 Man kann nicht behaupten, dass René Freunds „Ans Meer“ ein Roman ist, der geschrieben werden MUSSTE und gelesen werden MUSS. Allerdings ist man ihm unverzüglich ausgeliefert, wenn Anton, der Schulbusfahrer aus der Gmundener Gegend, zwei Mal seufzt und die Autobustür ebenfalls zwei Mal seufzt (es ist ein alter Bus).

Diese Wärme, die vom Buch ausgeht, will man spüren, vor allem in diesen kalten Zeiten. Der schüchterne Anton, 40 wird er sein, beweist erstmals Mut,  verrückten Mut, und erfüllt der krebskranken Mutter einer Schülerin den letzten Wunsch: Mit „seinem“ Bus bringt er sie an die Adria, wo sie geboren wurde, ins Dorf bei Duino. Ein paar Schulkinder sind mit an Bord, auch ein Hase und eine verwirrte alte Frau. Mit dieser Aktion erobert Anton auch gleich seine Nachbarin.
Bilder wie in der Naiven Kunst entstehen. Betont einfach erzählt der Autor, der in Grünau im Almtal lebt. Alles darauf angelegt, dass es  rührt; und es rührt.

 


René Freund:
„Ans Meer“
Deuticke Verlag.
144 Seiten.
16,50 Euro.

KURIER-Wertung: *** und ein halber Stern