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Kultur
05/24/2021

Puccinis „Tosca“ an der Staatsoper: Das Repertoire als Ereignis

Piotr Beczala meldet sich zurückPuccinis „Tosca“ an der Wiener Staatsoper ist eine Wucht

Wenn der Applaus schon nach dem „Recondita armonia“ nicht enden will, dann steht einer der Besten auf der Bühne wie in der Repertoire-Aufführung von Giacomo Puccinis „Tosca“ an der Wiener Staatsoper (Reprise am 24.5.).

Piotr Beczala zeigte als Cavaradossi einmal mehr, was seine Stimme auszeichnet: Strahlkraft, ein schönes Timbre und ein faszinierendes Klangfarbenspektrum. Mit brillanten Phrasierungen und ausdrucksstark gestaltete er den Maler.

Seine „Vittoria“-Rufe haben echte Power und klingen famos. Minutenlanger Jubel nach dem „E lucevan le stelle. Das hat bei Beczala Tradition, auch das Dacapo dieser Arie. Dabei übertraf er sich selbst.

Seine Partner sind ausgezeichnet. Sonya Yoncheva gestaltet die Tosca darstellerisch und stimmlich interessant. Sie zeigt keine klassische Diva, sondern eine junge Frau mit Eigenschaften, umschwirrt quirlig, eifersüchtig ihren Cavaradossi und lässt die Entwicklung zur Mörderin im Affekt nachvollziehen. Beim „Vissi d’arte“ zeigt sie die Verletzlichkeit einer in die Ecke Getriebenen und singt betörend schön.

Ambrogio Maestri besticht als Scarpia. Er ist der eiskalte Beamte, reißt Abgründe auf und zieht alle Register des Bösen. Zum Erschauern stark, sein „Te Deum“. Bei den kleineren, sehr gut besetzten Partien lässt Evgeny Solodownikov als Angelotti aufhorchen. Dirigent Axel Kober entfacht orgiastische Stürme, trotzdem geht nie so etwas wie eine klare Linie verloren. Manches klingt wie Kammermusik mit Lautstärker, aber gut. Übrigens: Margarethe Wallmanns Inszenierung funktioniert nach mehr als 600 Aufführungen ungebrochen. Der Jubel wollte nicht enden.

Susanne Zobl

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