Peymann – Hart – Bergmann: Und wie geht’s weiter?

Karin Bergmann, honorarfrei…
Foto: /Burgtheater/Reinhard Werner Strebt keine Vertragsverlängerung an: Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann

Trenklers Tratsch: Wie es 2014 zur Bestellung von Karin Bergmann zur Burgtheaterdirektorin kam - und wer ihr 2019 nachfolgen könnte

Matthias Hartmann übernahm die Burg im Herbst 2009 – und das Burgtheater übernahm sich mit einem teuren Premierenfeuerwerk, mit dem der Direktor zu blenden versuchte. Der Auftrag von Karin Bergmann war es, für einen gedeihlichen Übergang von Klaus Bachler, der als Operndirektor nach München ging, zu Hartmann zu sorgen. Nach der ersten Saison quittierte die ehemalige Vizedirektorin, die 1986 mit Claus Peymann an die Burg gekommen war, aber den Job. Denn sie konnte nicht mit ansehen, wie verschwenderisch Hartmann umging.

Ausbaden musste das Urassen Silvia Stantejsky, die Thomas Drozda, bis 2008 Burg-Geschäftsführer, entgegen der Expertise einer beigezogenen Personalberaterin als seine Nachfolgerin empfohlen hatte. Denn sie schaffte ausgeglichene Budgets nur mit Tricks. Die "dolosen Handlungen" wurden Ende 2013 entdeckt, aber erst später bekannt gegeben.

Der Burgtheaterskandal führte nicht nur zur Entlassung von Stantejsky: Am 11. März 2014 wurde Hartmann, dem das Ensemble das Misstrauen ausgesprochen hatte, vom damaligen Kulturminister Josef Ostermayer seines Amtes enthoben. Bergmann war, wiewohl im Ruhestand, dem Haus verbunden geblieben. In der Burg votierte man daher für sie als Troubleshooterin. Am 19. März ernannte Ostermayer sie zur interimistischen Direktorin – und damit zur ersten Frau an der Spitze der Staatsbühne. Am 14. Oktober wurde sie offiziell bestellt – bis 2019.

Wer ihr nun nachfolgen könnte? Zwei Altmeister verlieren im Sommer ihre Direktorenposten: Frank Castorf wird an der Volksbühne Berlin durch Chris Dercon ersetzt, Peymann am Berliner Ensemble durch Oliver Reese. Eine Rückkehr von Peymann, der am 7. Juni 80 wird, erscheint aber undenkbar. Unwahrscheinlich ist auch Karin Beier: Sie hat ihren Vertrag als Intendantin des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg bis 2021 verlängert. Denkbar wären Andreas Beck (einst Burg-Dramaturg, seit 2015 Direktor am Theater Basel) und Stefanie Carp (einst Schauspielchefin der Wiener Festwochen, bis 2020 Intendantin der Ruhrtriennale) und Barbara Frey (bis 2019 Intendantin des Schauspielhauses Zürich). Heißester Tipp neben Martin Kušej, Intendant des "Resi": Joachim Lux, bis 2019 Intendant des Thalia Theaters in Hamburg. Denn er war Burg-Dramaturg zu Zeiten Drozdas ...

Die Staatsanwaltschaft ermittelt übrigens noch immer im Burgtheaterskandal.

(kurier) Erstellt am
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