Kultur
05.12.2011

Peter Fonda reitet wieder

Der Thriller "Das Lazarus Protokoll" über die vielen dunklen Seiten der Anschläge von 9/11 wird von der Firma des Ex-"Universum"-Chefs Walter Köhler produziert.

Neinsagen war einfach unmöglich", erklärt Walter Köhler und lehnt sich in seinem Zimmer in der feudalen Hietzinger Villa, die jetzt sein neuer Arbeitsplatz ist, entspannt zurück. ",Das Lazarus Protokoll' war mit Abstand das beste Drehbuch, das ich in den vergangenen zehn Jahren gelesen habe." Er sei in der Sekunde davon überzeugt gewesen, "dass dieser Film gemacht werden muss". Koste es, was es wolle.

Dass er dann Hollywood-Kultstar Peter Fonda für eine der drei Hauptrollen gewinnen würde, das hätte sich der bullige Ex-"Universum"-Chef, dem bis dato Bäume, Meere und Tiere mehr bedeuteten als jede Fiktion, aber nicht träumen lassen.

15 Tage lang wird derzeit unter der Regie des bisher nur als Drehbuchautor bekannten Paul Finelli in Stockerau diese Geheimdienstgeschichte gedreht, in der Lazarus Fell (Travis Fimmel), ein Navy SEAL und Experte für verdeckte Operationen, den Terroristen sucht, der für den Tod seines Vaters Solomon beim Anschlag auf die Twin Towers verantwortlich ist. Lazarus spürt ihn nach langer Suche in Wien auf. Bringt ihn in seine Gewalt und verhört ihn. Fördert Dinge über den internationalen Terrorismus zutage, die nicht nur ihn erschüttern.

Mr. Fonda kniff

Peter Fonda spielt Solomon Fell, Lazarus' Vater, einen mysteriösen Geheimdienstmitarbeiter, der noch sehr lebendig ist, wie sich herausstellt. "Er war von Anfang an mit dabei", freut sich Köhler, "wenn du so einen fordernden Film machst, musst du die besten Schauspieler gewinnen."

Dass Fonda beim Wiener Pressetermin am Freitag kniff - er war im Hotel geblieben, weil er am Vortag bis vier Uhr Früh gedreht hatte -, freute Köhler weniger. Dass "Das Lazarus
Protokoll" ausgerechnet im kleinen Österreich gedreht wird, hat laut Regisseur Paul Finelli auch den Grund, dass es in den USA nicht möglich gewesen wäre, den Film zu machen: "Ich habe das Script an alle möglichen Leute verschickt, und alle zeigten sich angetan. Aber keiner wollte das Script angreifen, alle fanden es zu heikel, die offiziell verbreiteten Thesen zu 9/11 infrage zu stellen. Das ist nun einmal ein hochgradig politischer, kontroversieller Film. Und anders als ihr hier in eurem kleinen Schnitzel-Land haben wir Amerikaner keine nette Beziehung zu unserer Regierung. Wenn Telefone abgehört werden, hört sich der Spaß auf".

Über die Höhe des Produktionsbudgets schweigen sich Köhler, sein österreichischer Partner Thomas Feldkircher und Peter Fonda aus: "Darüber reden wir nicht". Was sie mit dem fertigen Produkt vorhaben, können sie indessen schon ganz klar sagen. Köhler: "Wir werden den Film im Frühjahr 2012 fertigstellen und versuchen, damit zum Filmfestival nach Cannes zu kommen. Die Performances der Schauspieler sind so unglaublich, da ist wirklich alles drin."