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Mailand
11/08/2014

Pereira will Scala in "permanente Salzburger Festspiele" umwandeln

Der Intendant träumt auch von Mutis Comeback in Mailand.

Scala-Intendant Alexander Pereira hegt ehrgeizige Projekte für das Mailänder Opernhaus, das er seit September leitet. Sein Ziel sei es, die Scala in ein "permanentes Festival nach Salzburger Modell" umzuwandeln, das elf Monate im Jahr laufe, sagte Pereira im Interview mit der Tageszeitung La Stampa am Samstag.

"Ich denke an ein permanentes Festival wie die Salzburger Festspiele, das elf Monate im Jahr und nicht nur sechs Wochen dauert. In drei Saisonen werde ich zwischen 60 und 65 Opern- und Ballettproduktionen aufführen, ein Drittel davon wird neu sein. Sie werden hier in Mailand entstehen und hier vorgestellt werden. Das bedeutet, die Ressourcen des Theaters aufs Beste zu verwerten", sagte der Intendant.

Bisher habe er der Scala über vier Millionen Euro an Drittmitteln zufließen lassen, die Mehrheit davon aus dem Ausland. Ein Drittel der Ressourcen des Theaters seien staatliche Gelder, ein Drittel Privatfinanzierungen, das letzte Drittel stamme aus dem Ticketverkauf. "Ich glaube das ist ein ausgewogenes Verhältnis", meinte der 67-Jährige.

Riccardo Muti

Pereira bemüht sich um ein Comeback des Dirigenten Riccardo Muti an der Scala nach dem Bruch im Jahr 2005. "Die Verhandlungen für seine Rückkehr schreiten voran. Solange ich Intendant bin, werde ich mich um Riccardos Rückkehr an die Scala bemühen. Bei unserem letzten Gespräch war er sehr freundlich, jetzt muss man nur abwarten", erklärte der Manager.

Pereira betonte, er werde sich auch weiterhin für eine Rückkehr der weltweit wichtigsten Sänger an die Scala einsetzen. Viele würden das Theater aus Angst vor Buhrufen der anspruchsvollen "Loggionisti", der berühmt-berüchtigten Stammbesucher der Mailänder Oper meiden. Es sei zwar legitim, die Auftritte zu kritisieren, dabei müsse man jedoch stets Respekt für die Künstler bewahren, meinte Pereira. "Die Zuschauer haben ein Recht auf Kritik, doch ein wenig Freigiebigkeit steht vor allem im Interesse der Zuschauer. Von den 30 wichtigsten Sänger der Welt wollen sich zehn nicht an der Scala auspfeifen lassen. So müssen wir Sänger aus der zweitem Reihe unter Vertrag nehmen", berichtete der Manager.

Pereiras erste Produktion der neuen Saison ist Verdis "Aida" in der Regie von Peter Stein. "Stein repräsentiert die große Tradition. Nicht umsonst hat er seine Karriere als Assistent von Giorgio Strehler begonnen. Bei ihm bewegen sich die Sänger mit einer Natürlichkeit, die ihnen auch beim Singen hilft. Seine Aida, die erste neue Produktion, für die ich mich entschieden haben, scheint mir sehr schön zu sein", so Pereira.

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