Ob bei alten Klassikern oder neuen Hits: Punk-Ikone Patti Smith begeisterte am Dienstagabend Open Air in der ausverkauften Wiener Arena ein treues, hauptsächlich älteres Publikum. Pünktlich um 20.00 Uhr startete Smith mit sanften Tönen aus ihrem neuen Album, im Laufe des Abends steigerte sie sich dann aber doch zur "Godmother of Punk" mit gewohnt krächzig-melodiöser Stimme. Die politischen Botschaften fehlten nicht, am Ende wurde dann auch eine Gitarre funktionsunfähig gemacht. . . .
Ob bei alten Klassikern oder neuen Hits: Punk-Ikone Patti Smith begeisterte am Dienstagabend Open Air in der ausverkauften Wiener Arena ein treues, hauptsächlich älteres Publikum. Pünktlich um 20.00 Uhr startete Smith mit sanften Tönen aus ihrem neuen Album, im Laufe des Abends steigerte sie sich dann aber doch zur "Godmother of Punk" mit gewohnt krächzig-melodiöser Stimme. Die politischen Botschaften fehlten nicht, am Ende wurde dann auch eine Gitarre funktionsunfähig gemacht. . . .
Nach einem ruhigen Start mit "Fuji-San", dass sich mit der Atomkatastrophe in Fukushima auseinandersetzt, präsentierte Smith in "einer meiner Lieblings-Locations, der Arena" ein kleines Best-of ihrer bisherigen Alben.
"Pissing In The River" und "Redondo Beach" durften dabei genauso wenig fehlen wie die Hymne "Gloria", "Ghost Dance" und der einzige wirkliche Charterfolg der 65-Jährigen, "Because The Night".
Zu "Free Money" gab es die ersten politischen Zwischentöne: Smith sprach sich etwa für freie Meinungsäußerung und gegen missbrauchte Staatsgewalt aus und stellte sich klar auf die Seite der russischen Punkband "Pussy Riot" - prangerte aber auch die Behandlung des als "US-Taliban" verhafteten Moslems John Walker Lindh an, der im Gefängnis nicht beten dürfe.
Ebenso wenig wie ihre politischen Botschaften hat sich das Aussehen der Rock-Poetin verändert: ein übergroßer Männerblazer, das weiße Unterhemd und offene Haare. Ein kurzes Solo-Zwischenspiel gab es für den langjährigen Gitarristen Smiths, Lenny Kaye. "Beneath The Southern Cross" widmete sie ihrem Seelenverwandten Christoph Schlingensief.
Aber auch das im Juni erschienene Album "Banga" wurde vorgestellt. Während die Lead-Single April`s Fool" durch ihre Fröhlichkeit überraschte, war es das Hundegebell zum Ein-Akkord-Lied "Banga" ("It`s a d-chord, d for dog!"), das die Fans zum Hüpfen und Klatschen brachte.
Nach zwei Stunden und nachdem Smith noch eine Gitarre aller ihrer Saiten beraubt hatte, entließ sie ihr Publikum mit den Zugaben "People Have the Power" und dem besonders elektrisierenden Klassiker "Rock `n` Roll Nigger". Nach dem Bekenntnis; "I Love this fucking place!" folgte kaum endenwollender Applaus.
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