Kultur
02.08.2018

ORF streicht Doku "Schwarze in Wien" aus dem Programm

Film von Teddy Podgorski jun. entspreche „technisch, formal und inhaltlich“ nicht dem Auftrag. ORF stellt später klar, dass die Doku "natürlich gesendet" wird.

Unter dem Hashtag #MeTwo werden im Internet derzeit Erfahrungen mit Alltagsrassismus diskutiert. Eine Doku, die sich mit Rassismus in Wien beschäftigt, wurde unterdessen vom ORF kurzfristig aus dem Programm genommen, wie „Der Standard“ und „Die Presse“ am Donnerstag berichten. „Schwarz in Wien“ war von Teddy Podgorski jun. für die ORF-Sendung „Österreich-Bild“ gedreht worden.

Die 25-minütige Doku, die ursprünglich für den 5. August eingeplant war, soll nun überarbeitet werden, wie der ORF gegenüber den beiden Zeitungen verlauten ließ. „Die abgelieferte Doku hat technisch, formal und inhaltlich nicht dem beauftragten Konzept entsprochen“, teilte das Landesstudio Wien auf Anfrage mit. Der Gestalter sei mit einer Überarbeitung beauftragt worden. Podgorski selbst sagte gegenüber den beiden Zeitungen, dass man ihm davon nichts mitgeteilt habe.

„Schwarz in Wien - Von Soliman bis Alaba“ ist als Sendung über das Leben schwarzer Wiener konzipiert. Zu Wort seien „eloquente, kluge und reflektierte Wienerinnen und Wiener“ gekommen, die darüber sprechen, „wie nichtschwarze Menschen mit ihnen in Wien umgehen“, so Podgorski laut „Standard“. Die Doku sei vom zuständigen Redakteur „mit großer Begeisterung abgenommen worden“, zeigte sich der Regisseur verwundert. Danach sei sie „ohne nähere inhaltliche Begründung“ aus dem Programm gestrichen worden.

Laut „Standard“ sei dem Regisseur mitgeteilt worden, dass die Bildsprache nicht zum Format „Österreich-Bild“ passe. Die von den Landesstudios abwechselnd produzierten Dokus sollen „die schönsten und interessantesten Seiten unserer Heimat vorstellen“, wie es in der Programm-Beschreibung heißt. Statt „Schwarz in Wien“ steht am kommenden Sonntag (18.20 Uhr) nun „Der Wiener Heurige“ auf dem Programm.

Der ORF stellte Donnerstagabend in einer Aussendung klar, dass die Dokumentation "natürlich gesendet" wird. Und betonte: "Es wird geprüft, welcher Sendeplatz für den Film passend ist, um ihn innerhalb der nächsten Wochen zur Ausstrahlung zu bringen. Dieser Termin wird zeitnah bekanntgegeben."