Placido Domingo erhielt für seine Darbietungen 984.300 Euro - Opernintendantin Helga Schmidt (re.) ist wieder auf freiem Fuß.

© APA/EPA/GUSTAVO GRILLO

Opernskandal Valencia
01/22/2015

Justiz nimmt Künstlerverträge ins Visier

Zubin Mehta erhielt 5,3 Millionen Euro, Placido Domingo 984.300 Euro - Valencias Ministerpräsident kritisiert die Festnahme der österreichischen Opernintendantin Helga Schmidt.

Der Finanzskandal um die aus Österreich stammende Opernintendantin von Valencia, Helga Schmidt, weitet sich aus. Neben der persönlichen Bereicherung beim Eintreiben von Sponsorengeldern, wirft die Staatsanwaltschaft der gebürtigen Wienerin nun auch Veruntreuung öffentlicher Gelder durch Unregelmäßigkeiten in Künstlerverträgen vor.

Konkret soll es um die Verträge des berühmten Orchester-Dirigenten Zubin Mehta und des spanischen Star-Tenors Placido Domingo gehen, berichten am Donnerstag spanische Medien. Mehta bekam für seine Auftritte in den letzten sieben Spielzeiten rund 5,3 Millionen Euro. Placido Domingo erhielt für seine Darbietungen 984.300 Euro. Laut der Staatsanwaltschaft unterlagen diese Verträge weder in der Höhe noch gemäß den Rahmenbedingungen den Regeln für die Benutzung öffentlicher Steuergelder.

Schmidt wieder auf freiem Fuß

Nachdem die Polizei Schmidt und den ehemaligen Opern-Geschäftsführen Ernesto Moreno am Dienstag kurzzeitig festgenommen und die Geschäftsräume der beiden Beschuldigten durchsucht hatten, kritisierte die Regionalregierung, Eigentümerin des Opernhauses Palau de les Arts, das Vorgehen der Polizei und der Staatsanwaltschaft gegen die österreichische Opernintendantin. Valencias Ministerpräsident Alberto Fabras bezeichnete die Festnahme und Vorgehensweise gegen Helga Schmidt als vollkommen "übertrieben, unnötig und unangemessen".

Helga Schmidt, die sich seit Mittwoch unter Auflagen auf freien Fuß befindet und sich bis zur Anklage alle 15 Tage beim zuständigen Untersuchungsrichter melden muss und Spanien nicht verlassen darf, weist alle Beschuldigungen von sich. Sie hat bereits ihre Anwälte eingeschaltet, um ihre "Ehre, Würde und Professionalität" gegenüber dieser "falschen Anschuldigungen" zu verteidigen.

Unterdessen machen sich viele Angestellte und Künstler des Valencianischen Opernhauses auch Sorgen um das Ansehen des Palau de les Arts. "Nach solch einem Skandal wird es wohl wenige internationale Star geben, die noch in Valencia auftreten wollen", erklärte ein enger Mitarbeiter Helga Schmidts der spanischen Tageszeitung El Pais.

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