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Kultur
10/01/2019

Opernsängerin Jessye Norman gestorben - Trauer in der Opernwelt

Die gefeierte Sopranistin wurde 74 Jahre alt- "eine der großen Sopranistinnen des vergangenen halben Jahrhunderts.“

von Georg Leyrer

Die US-Opernlegende Jessye Norman ist tot. Die gefeierte Sopransängerin starb im Alter von 74 Jahren, wie ihre Familie am Montag mitteilte. Die Grammy-Gewinnerin starb demnach an den Folgen von Komplikationen nach einer Rückenmarksverletzung, die sie im Jahr 2015 erlitten hatte.

Die im US-Bundesstaat Georgia geborene Norman war ein weltweit bewunderter Opernstar. Sie sang neben Schumann, Schubert und Richard Strauss auch Stücke aus Jazz und Blues. Sie hatte sich Ende der 1960er Jahre in Europa niedergelassen. 2008 wurde Norman, die immer wieder in Österreich - bei den Salzburger Festspielen, in der Staatsoper und verschiedenen Konzertbühnen - auftrat, vom damaligen Bundespräsident Heinz Fischer mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse ausgezeichnet. „Österreich und Wien, das sei für sie wie "eine Familie", betonte Norman damals.

Norman gewann in ihrer Laufbahn vier Grammys für ihre Aufnahmen und einen für ihr Lebenswerk, zudem die Ehrenmedaille National Medal of Arts. Die Afroamerikanerin feierte als eine der ersten dunkelhäutigen Künstler in der Opernwelt Erfolge. Sie war vor allem als Interpretin von Opern Richard Wagners bekannt. Zu ihrem großen Repertoire gehörten aber auch Werke unter anderem von Francis Poulenc, Leos Janáček, Béla Bartók, Giuseppe Verdi, Richard Strauss oder Arnold Schönberg. Sie galt als eine der weltweit bekanntesten Opernstars, wurde aber auch als Jazz-Interpretin geschätzt.

In einer Erklärung ihrer beiden Geschwister James Norman und Elaine Sturkey hieß es, sie seien stolz auf die musikalischen Leistungen Jessye Normans. „Wir sind ebenso stolz auf ihr humanitäres Engagement im Kampf gegen Hunger, Obdachlosigkeit, für Ausbildung der Jugend sowie Kunst- und Kulturbildung.“
Die Met, an der sie in rund 80 Aufführungen mitwirkte, teilte mit, man trauere um Norman, „eine der großen Sopranistinnen des vergangenen halben Jahrhunderts.“ Generaldirektor Peter Gelb sagte: „Jessye Norman war einer der größten Künstler, die je auf unserer Bühne gesungen haben“. Ihr Vermächtnis werde für immer weiterleben. Norman habe das Publikum mit ihrem schönen Ton, ihrer außergewöhnlichen Kraft und ihrem musikalischen Feingefühl begeistert. Die Vorstellung von „Porgy and Bess“ am Montagabend sei Norman gewidmet gewesen.

Norman war am 15. September 1945 in Augusta im US-Bundesstaat Georgia als eines von fünf Kindern in eine musikalische Familie hinein geboren wurden. Schon als Vierjährige begann sie, Gospel zu singen. Früh interessierte sie sich dann für Opernmusik. Sie studierte an der für Schwarze gegründeten Howard Universität in Washington, später am Peabody-Konservatorium und an der Universität von Michigan.

Als Schwarze in der von Weißen dominierten Klassikwelt sorgte sie rasch für Aufsehen. Ende der 1960er Jahre siedelte sie nach Europa über und heuerte an der Deutschen Oper in Berlin an. Sie sang an zahlreichen weiteren renommierten Opernhäusern und machte sich mit ihrem warmen Timbre unter anderem als Wagner-Interpretin einen Namen. Schließlich ließ sie sich in London nieder und widmete sich jahrelang Liederabenden.

Enge Beziehung zu Österreich

Auch in Österreich trat Norman in der Vergangenheit regelmäßig auf. Zuletzt sang die Sopranistin im Mai 2012 in der Basilika Mariazell bei einem Benefizkonzert unter dem Titel 'The World of Sacred Music' - begleitet vom Pianisten Mark Markham - Lieder von Johann Sebastian Bach, Johannes Brahms, Wolfgang Amadeus Mozart, Duke Ellington sowie Spirituals. Ein Jahr zuvor gastierte Norman im Wiener Konzerthaus.

2008 wurde sie vom damaligen Bundespräsident Heinz Fischer mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse ausgezeichnet. „Österreich und Wien, das sei für sie wie “eine Familie„, betonte Norman damals.

"Eine der großartigsten Stimmen"

Der vielfach ausgezeichnete Opernstar sang bei den Amtseinführungen von zwei US-Präsidenten, bei der Eröffnung der Olympischen Sommerspiele 1996 in Atlanta und bei den Feierlichkeiten zum 200-jährigen Jubiläum der Französischen Revolution 1989. In den vergangenen Jahren trat sie nur noch selten auf.
Zahlreiche Kollegen und Stars betrauerten den Tod der Sängerin. “Was für ein betroffen und traurig machender Verlust heute", schrieb die Operndiva Renee Fleming per Kurznachrichtendienst Twitter und der Sänger Rufus Wainwright kommentierte: “Die Welt hat eine der großartigsten Stimmen verloren, die wir je hatten und gehört haben. Sie hat sich für uns ausgeschüttet. Ruhe in Frieden, liebste Jessye Norman."

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