Das Teatro dell'Opera di Roma, gegründet 1880.

© APA/EPA/MASSIMO PERCOSSI

Roma
10/04/2014

Opera di Roma: Protest gegen Kündigung für Orchester

182 Musiker und Chormitglieder planen Rekurs: "Mord an unserem Opernhaus"

Die 182 Mitglieder des Orchesters und des Chors von Roms traditionsreicher Oper protestieren gegen die vom Theater beschlossene Kündigung und gegen die "Externalisierung" der Arbeit der Künstler. Die Künstler beteiligten sich am Samstag an einer Demonstration vor dem Theater.

Nicht mit der Kündigung der Künstler, die dieses Theater zu einem Spitzenelement im italienischen Kulturbereich gemacht haben, wird man das Opernhaus retten können", kritisierten die Gewerkschaften der Orchester- und Chormitglieder am Samstag bei einer Demonstration vor dem Teatro dell'Opera di Roma. "Hier geht es um den Mord an unserem Opernhaus", betonte das Chormitglied Stefano Canettieri nach Angaben italienischer Medien.

182 Mitglieder des Orchesters und des Chors von Roms traditionsreicher Oper protestieren gegen die vom Theater beschlossene Kündigung und gegen die "Externalisierung" der Arbeit der Künstler. Orchester- und Chormitglieder reagierten geschockt und wollen jetzt Rekurs gegen die Massenkündigung einreichen. Bisher war in Italien noch nie ein ganzes Orchester gekündigt worden. Der Fall ist präzedenzlos und wird italienische Arbeitsrechtsexperten beschäftigen. Vorgesehen ist nun, dass die gekündigten Mitglieder eine eigene Vereinigung gründen, die dann künftig mit der Oper zusammenarbeitet, aber nicht mehr Bestandteil des Hauses ist.

Von dem Stellenabbau erhofft sich der Intendant mehr als 3,4 Millionen Euro Einsparungen. Die schwerverschuldete Gemeinde Rom hat zunehmende Schwierigkeiten, die finanziellen Mittel zum Erhalt des Theaters aufzubringen. Die Produktivität des Opernhauses gilt als zu niedrig. Neun Millionen Euro Verluste hat die "Opera di Roma" notiert.

Staatsopern-Direktor Meyer bedauert Kündigungen

Der Direktor der Wiener Staatsoper, Dominique Meyer, bedauert indes die Kündigung von 182 Mitgliedern des Orchesters und des Chors von Roms traditionsreicher Oper. "Ein wichtiges Opernhaus mit über 100 Aufführungen pro Jahr muss ein Orchester im Haus haben, um Qualität zu garantieren", sagte Meyer im Gespräch mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" am Samstag.

"Die meisten europäischen Opernhäuser haben ihren eigenen Chor und Orchester, das gilt für London, Paris, Wien, Berlin und München. Es gibt natürlich auch das Orchester des Theaters der Champs Elysees und das Kammerorchester der Oper in Lausanne, die extern sind. Die Zahl ihrer Auftritte ist jedoch geringer als in Rom", sagte der Staatsopern-Direktor.

"Das Problem eines externen Orchesters ist seine Zuverlässigkeit, wenn es darum geht, jeden Abend ein anderes Programm zu spielen", so Meyer. Er bedauere, dass ein wichtiges Theater wie die Opera di Roma in einer derartigen Lage stecke, vor allem wenn man bedenke, dass die Oper in Italien entstanden sei.

Nach Riccardo Mutis Trennung vom römischem Opernhaus vor zwei Wochen hatte Meyer den Stardirigenten eingeladen, an der Wiener Staatsoper aufzutreten. "Muti hat Roms Oper verlassen, weil er vor einer Mauer stand. Die Kultur des Streiks schadet in Italien jedem - es gibt jedoch auch Probleme, die das ganze Kultursystem betreffen", sagte Meyer.

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