Kurzes Glück: Mark Omvlee als Jack und Florian Plock als Ennis

© /Anna Maria Löffelberger

Landestheater Salzburg
03/01/2016

"Brokeback Mountain": Männerliebe, die so nicht sein darf

Die österreichische Erstaufführung von Charles Wuorinens "Brokeback Mountain".

Sie sind Männer und sie lieben sich. Eher zufällig haben sie dies in der Weite von Wyoming vor den dunklen Bergen, den "Brokeback Mountains", wo beide in der Einsamkeit Schafe hüten, entdeckt. Doch Ennis, der Konservativere, traut sich nicht, danach zu leben. So kehrt man zu den Familien zurück. Aber man kommt nicht voneinander los.

2006 erhielt der Film von Ang Lee drei Oscars. Die Geschichte der beiden schwulen Cowboys hatte weltweit großen Erfolg und folgt der Kurzgeschichte von Annie Proulx, die auch für das Opernlibretto gewonnen werden konnte. Es ist Gérard Mortier zu verdanken, dass der Stoff zur Oper wurde (UA 2014 in Madrid), die jetzt ihre österreichische Erstaufführung am Salzburger Landestheater erfahren hat.

Neue Fassung

Charles Wuorinen, einer der bedeutendsten amerikanischen zeitgenössischen Komponisten, hat sie in Töne gegossen. Für Salzburg hat er eine eigene Kammerfassung geschrieben und das Orchester auf 24 Musiker reduziert. Der Streicherpart ist nur solistisch besetzt, ein hinzugefügtes Saxofonquartett setzt neue Akzente. Es beginnt mit einem Urton, Basstönen am Klavier, Kontrafagott und Tuba. Allerdings bestimmt diese karge Düsternis auch die folgenden zwei Stunden. Es kommen zwar Töne und Farben hinzu, aber die Klang- und Tonfetzen werden nur aneinandergereiht. Sie bleiben zu eindimensional, zu wenig illustrativ und lassen die Gefühlsebene in der Musik viel zu kurz kommen.

Die musikalische Umsetzung ist gelungen: Denn die Musik wird von Adrian Kelly am Pult des Mozarteum Orchesters Salzburg bewundernswert präzise und konzentriert dargestellt. Auch das Ensemble ist exzellent: Florian Plock ist der grüblerische, schweigsame Ennis del Mar, der mit kurzem Sprechgesang beginnt und erst zum Finale mit schönem Bariton zu einer eindrucksvollen Abschiedsarie findet. Mark Omvlee ist der quirlige Jack Twist. Er singt die Partie mit expressivem, höhensicheren Tenor. Von den vielen kleineren Rollen stechen die beiden Frauen Hailey Clark sowie Rowan Hellier hervor.

Jacopo Spirei hat entgegen der Romantik des Films die Story zwar atmosphärisch, aber viel düsterer in Szene gesetzt. Er geht etwas zu distanziert, beinahe verschämt mit den Gefühlen der Männer um. Ovationen!

Von Helmut Christian Mayer/KURIER

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