Onkel Stanley fälschte die Mondlandung

Ausstellung: Wie der erste Mondspaziergang wirklich gefilmt wurde, zeigt Thomas Herbrich in der satirischen Fotoserie "Die Wahrheit über die Mondlandung".

Es ist die Mutter aller Verschwörungstheorien: Waren die Amerikaner wirklich 1969 schon auf dem Mond? Oder wurde das alles nur im Studio aufgenommen und Millionen an den Fernsehgeräten an der Nase herumgeführt? Fotograf Thomas Herbrich sagt: "Beides!" Nachzuprüfen ist seine originelle Theorie im Buch "Die Wahrheit über die Mondlandung" und ab 28. Juni in einer Ausstellung in der Wiener Galerie Anzenberger (Zeinlhofergasse 7, 1050 Wien - Link unten). 

Klicken Sie sich durch die Fotostrecke ... Gibt man auf Google "moon landing" ein, schlägt die Suchmaschine als meistgesuchte Kombinationen "fake", "hoax" und "conspiracy" vor. Auch mehr als vierzig Jahre nach dem Ereignis wird munter weiterspekuliert. Da werden im Internet Theorien gewälzt, der Lichteinfall und die Schatten der Astronauten analysiert, ... 

Die Apollo 11-Astronauten Neil Armstrong and Edwin E."Buzz" Aldrin, am 20 Juli 1969 (amerikanischer Zeit) auf dem Mond Der Faltenwurf der US-Flagge auf mehreren Fotos ist ebenfalls ein beliebtes Thema von Spekulationen. Laut verschiedenen Umfragen glauben zwischen 6 und 28 Prozent an Fälschungen. 2002 erreichte die Mondhysterie einen satirischen Höhepunkt. Der tunesische Regisseur William Karel drehte eine lückenlos durchargumentierte Fake-Doku, welche die populären Verschwörungstheorien aufgriff. "Kubrick, Nixon und der Mann im Mond" ist eine "Mockumentary", die vor allem durch ihre prominenten Interview-"Zeugen" besticht. Donald Rumsfeld, Dr. Henry Kissinger, Buzz Aldrin und sogar Stanley Kubricks Witwe werden erst am Schluss als Schmähführer enttarnt. Hauptthese des Films ist die immer wieder auftauchende Unterstellung, der Starregisseur Stanley Kubrick hätte seine filmischen Fähigkeiten im Science Fiction-Bereich (er drehte ein Jahr zuvor "2001 - Odyssee im Weltraum") der CIA zur Verfügung gestellt und die Mondlandung im Studio gefilmt. Der deutsche Fotograf und Bildbearbeiter Thomas Herbrich hat sich auch eine amüsante Theorie zurechtgelegt. In seinem Buch "Die Wahrheit über die Mondlandung" spielt ebenfalls ein Stanley die Hauptrolle. Aber nicht etwa Kubrick, sondern: sein angeblicher Onkel, Stanley Herbrich (der Mann mit dem Hut). Der Tüftler mit kreativen Lösungsansätzen soll ein alter Freund des NASA-Ingenieurs Wernher von Braun gewesen sein.

Bild: Thomas Herbrich/www.anzenbergergallery.com
Raketeningenieur von Braun war zunächst am V2-Raketenprogramm der Nazis beteiligt und setzte sein Knowhow nach dem Krieg im Dienste der US-Weltraumbehörde NASA ein (siehe Bild). Onkel Stanley gilt auch als Erfinder des Countdowns - wenn es nach Thomas Herbrich geht. Der Fotokünstler hat übrigens die Special Effects zu "Independent Day"-Regisseur Roland Emmerichs erstem Film gemacht: "Das Arche Noah Prinzip" (1984). Danach zog es ihn allerdings zur Fotografie und zur kreativen Bildgestaltung.

Bild: Screenshot von herbrich.com Achtung, Wortwitz: Wernher von Braun ruft in der Fotostory, die Herbrich in Auszügen auch im Internet veröffentlicht hat (siehe Link unten), Stanley an, und sagt: "Du Stan, wir haben ein Problem!" (Das wurde später mit "Houston, wir haben ein Problem" falsch übersetzt) 

Jedenfalls habe die Apollo 11-Besatzung die Kamerakabel vergessen und könne so keine Bilder von der bevorstehenden Mondlandung produzieren.


Bild: Screenshot von herbrich.com 16 Stunden hat Stanley Zeit, um die Bilder vom Mond herzustellen. Erste Aufgabe: Den berühmten Fußabdruck auf Fotopapier zu bannen.

Bild: Das Originalfoto des Fußabdrucks von Astronaut Buzz Aldrin. Die Erdanziehungskraft gestaltet dies schwierig. Onkel Stanley löst das Problem auf seine Weise ...

Bild: Thomas Herbrich/www.anzenbergergallery.com
Warum eigentlich nur ein einzelner Fußabdruck? Hier wird die Antwort gegeben: Werner von Braun brauchte viel Platz für sein Autogramm.

Bild: Thomas Herbrich/www.anzenbergergallery.com
Auch ein Bild von der Mondoberfläche hat Onkel Stanley gefälscht. Und wie das?

Thomas Herbrich/www.anzenbergergallery.com Als Vorlage diente ihm ein alter, verstaubter Dodge.

Thomas Herbrich/www.anzenbergergallery.com Und wie hat Onkel Stanley einen Austronautenanzug aufgetrieben, wenn die ganze Aktion doch "top secret" bleiben sollte und nur sechzehn Stunden Zeit blieben? 
Na ja, ein Imker-Anzug tut's doch auch und die Flagge wird kurzerhand auf einen Besenstiel gespannt.

Bild: Screenshot von herbrich.com Thomas Herbrichs Fotostory ist ein selbstironischer Kommentar zu den Möglichkeiten der Bildbearbeitung. Wie Onkel Stan zum Beispiel die Landungsfähre "Eagle" aus Küchengeräten nachgebaut hat, kann man sich im Buch "Die Wahrheit über die Mondlandung" ansehen. Infos dazu gibt es auf www.herbrich.com (Link siehe unten). Dort kann man auch Auszüge der Geschichte als Bildergalerie durchklicken. Als Ausstellung kann man die Bilderserie ab 28. Juni (Eröffnung: 18 Uhr) bis 31. August in der Wiener Galerie Anzenberger betrachten. Dort kann man auch Kunstdrucke von Thomas Herbrichs Fotos erwerben (siehe Link unten).
(KURIER.at / Peter Temel, mich) Erstellt am
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