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Kultur
12/09/2021

Niederlande wollen Rembrandt-Werk kaufen: Staat gibt 150 Millionen aus

Mit weiteren Beteiligungen soll der "Fahnenträger" um 175 Millionen Euro für das Amsterdamer Rijksmuseum erworben werden

Die Niederlande wollen 175 Millionen Euro für ein bedeutendes Gemälde des Malers Rembrandt van Rijn (1606-1669) ausgeben und es damit nach Amsterdam holen. Die Besitzer - die Familie Rothschild - habe dem Angebot zugestimmt, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP am Mittwoch.

Das Werk „Der Fahnenträger“ (um 1636) sollte bereits 2019 verkauft werden, es wurde allerdings von der französischen Regierung zum nationalen Kulturschatz erklärt. Die damit verbundene Exportsperre von 30 Monaten lief nun ab, ohne dass der Louvre oder ein anderes französisches Museum das Geld für den Erwerb aufbrachte.

„Die Franzosen wollen jetzt eine Exportgenehmigung unter der Vorbedingung erteilen, dass das Werk öffentlich ausgestellt wird“, erklärte Taco Dibbits, der Direktor des Amsterdamer Rijksmuseums. Dort soll das Gemälde künftig gezeigt werden.

Außergewöhnliches Ankaufsbudget

Mit 150 Millionen Euro stellt das niederländische Kulturministerium die weitaus größte Summe zur Verfügung. Weitere 15 Millionen steuert die Rembrandt-Vereinigung bei, der rund 16 000 Kunstliebhaber angehören. Das Rijksmuseum will 10 Millionen Euro beitragen. Das Parlament in Den Haag muss der Anschaffung mit Steuergeldern noch zustimmen.

Mit dem Selbstporträt „Der Fahnenträger“ sei Rembrandt ein künstlerischer Durchbruch gelungen, der später zum Auftrag für „Die Nachtwache“ führte, erklärte das Kulturministerium. Dieses großformatige Gemälde ist das Prunkstück des Rijksmuseums.
2015 hatten Frankreich und die Niederlande gemeinsam 160 Millionen Euro aufgebracht, um der Familie Rothschild zwei Rembrandt-Werke abzukaufen - die Porträts des Amsterdamer Ehepaares Marten Soolmans und Oopjen Coppit von 1634. Diese Bilder werden seitdem abwechselnd im Louvre und im Rijksmuseum gezeigt.

 

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