© APA/AFP/JEFF PACHOUD

Literatur
08/17/2019

Neuer Roman von Roberto Saviano über die Camorra

"Die Lebenshungrigen" erzählt von jungen Bandenmitgliedern in Neapel, die wie Löwen sein wollen.

von Peter Pisa

Der erste Roman des Aufdeckerjournalisten Roberto Saviano (Foto oben), der rund um die Uhr unter Polizeischutz steht (aber Innenminister Salvini will den Schutz beenden!), bot nicht unbedingt Neues. Aber man schrie.

„Der Clan der Kinder“ zeigte die Camorra 2.0, der Roman „Die Lebenshungrigen“ ist die Fortsetzung: Die Bandenmitglieder sind älter geworden – der Schrei verstummt nicht: Gleich am Anfang überfällt  ein 18-Jähriger ein Spital in Neapel, um ein Neugeborenes zu erschießen. Das Baby eines Feindes.

Vampire

Die Mafia saugt die Kinder aus, sie braucht Blut,  Ideen. Die Kinder werden erwachsen, sind im Geschäft trotzdem nur Mücken, die Löwen sein wollen. Das lassen die Chefs nicht zu und zertreten sie. Saviano beherrscht Dialogregie. Trotzdem wär’s einem lieber,  alle  würden schweigen und Kuchen backen, und niemand müsste über sie schreiben.

 

Roberto
Saviano:
 „Die Lebenshungrigen
Übersetzt
von Annette
Kopetzki.
480 Seiten. 25,70 Euro.

KURIER-Wertung: ****

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