© Barbara Palffy

Kritik
07/04/2021

Nestroys "Charivari“ in Schwechat: Sehenswertes Sommertheater

Mit Oliver Baier als Finkl (Von Susanne Zobl).

Verblüffend, wie treffend sich die Texte Nestroys, des großen Analytikers menschlicher Abgründe und gesellschaftlicher Kalamitäten des 19. Jahrhunderts, auf unsere Zeit beziehen lassen. Das kann man bis 31. Juli im pittoresken Innenhof des Schlosses Rotmühle bei Schwechat erleben, wo Peter Gruber seine Nestroy-Spiele abhält. Für die aktuelle Ausgabe hatte der Intendant und Regisseur die unbekannte Posse „Karikaturen-Charivari mit Heurathszweck“ bearbeitet. Keine leichte Aufgabe, denn das Original fiel schon bei der Uraufführung 1850 durch und wurde sofort abgesetzt.

Gruber gelingt es, den Wirrwarr um einen erbschleicherischen Kapitalisten als sehenswertes Sommertheater zu zeigen, weil er den Volksdichter Nestroy beim Wort nimmt, der in dem Stück Persönlichkeiten des damaligen gesellschaftlichen Lebens karikierte.

Zustimmung

Gruber legt das in seiner „Charivari“ – das bedeutet Lärm, Chaos – genannten Fassung auf heutige Verhältnisse auf Andrea Költringers liebevoll eingerichteter Bühne um.

Die Rolle des Finkl hat Oliver Baier übernommen. Ein glänzender Komödiant, ein echter Spielmacher ist da am Werk. In seinen Gstanzln lässt er von Corona, Klimawandel und U-Ausschuss kaum etwas aus.

Rainer Doppler zeigt den Kapitalisten und Kürschner Muffinger extra unsympathisch im echten Fuchspelz. Robert Herret ist dessen famoser Hausknecht Kajetan. Marc Illich zeigt den reichen Sohn Isidor als Kunstfigur. Ines Cihal, Michelle Haydn und Adolf Flamm komplettieren das Ensemble ausgezeichnet. Dem ausgiebigen Applaus kann man nur zustimmen.

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