Kultur
12.10.2018

Musikuniversität: Entlassung bleibt aufrecht

Kolumne Trenklers Tratsch: „Das Verfahren zwischen der Universität und Prof. N. wurde im beidseitigen Interesse beendet.“

Freitagfrüh hätte eigentlich der Prozess fortgesetzt werden sollen, den ein Cello-Professor gegen die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) angestrengt hatte. Er fand, wie berichtet, die Entlassung, von Rektorin Ulrike Sych „zum Schutz der Studierenden“ ausgesprochen, als nicht gerechtfertigt.

Doch Richterin Brigitte Erhart rief nicht in den Verhandlungssaal 4 des Arbeits- und Sozialgerichts. Weil der Solo-Cellist, Mitglied der Wiener Philharmoniker, die Klage die Klage „ewig ruhend“ stellen ließ. Über die genaue Vereinbarung zwischen ihm und der Uni wurde Stillschweigen vereinbart. Michael Herzer, Anwalt des Klägers, und Christoph Wolf, Beistand der mdw, gaben den beiden anwesenden Journalisten (KURIER und Kleine Zeitung) lediglich bekannt: „Das Verfahren zwischen der Universität und Prof. N. wurde im beidseitigen Interesse beendet.“

Sych war zu keinem Statement zu bewegen. Die couragierte Rektorin hat jedenfalls ihr Ziel erreicht: Der Professor, der seine Position „gröblich missbraucht“ habe und mit Hausverbot belegt worden war, ist von der Uni entfernt. Die Beendigung des Verfahrens dürfte wohl auch im Sinne jener jungen Männer sein, die allen Mut für eine Aussage zusammengenommen hatten.

Doch welches Interesse könnte der Cellist an der außergerichtlichen Einigung haben? Entgegen der Ankündigung dürfte er nicht bereit gewesen sein, über seine Vermögensverhältnisse Auskunft zu geben. Die Philharmoniker sind generell verschlossen, wenn es um Gehälter, Honorare, Tantiemen geht. Der Cellist spielt als Mitglied der Philharmoniker im Orchester der Staatsoper, in der Hofmusikkapelle und im Küchl-Quartett.

Aber ist es tatsächlich in seinem Interesse, die gegen ihn vorgebrachten Missbrauchsvorwürfe mit dem von ihm angestrengten Prozess doch nicht entkräftet zu haben? Nun wäre an sich der bisher abwartende Vorstand der Philharmoniker gefordert. Und vielleicht sollte sich die Staatsoper der Frage des Machtmissbrauchs (etwa bei Substituten, die vom Wohle eines Lehrers abhängig sind) noch einmal stellen.