Viele Likes für ein neues Konzertformat: "Hör-Bar“ im Musikverein

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Petr Popelka mixt in „Hör-Bar“ Werke aus verschiedenen Epochen mit erhellenden Anekdoten. Thema waren "Emojis, Likes und Ringtones“.

Manche werden sich noch daran erinnern, wie Nikolaus Harnoncourt in Konzerten das eine oder andere Werk erklärte. Das war bereichernd, meist amüsant und eröffnete neue Zugänge. Mit dem Musikverein hat Petr Popelka, Chefdirigent der Wiener Symphoniker, das neue Konzertformat „Hör-Bar“ ersonnen, das Musik einem Publikum im intimen Rahmen erschließen will. 

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Das geschieht im Gläsernen Saal. Das Licht ist abgedunkelt, ein Sesselkreis steht für die Musikerinnen und Musiker bereit. Das vermittelt so etwas wie Salon-Atmosphäre. Hörner, Holzbläser, ein Cello, zwei Kontrabässe, an einem ist Popelka selbst aktiv, beginnen zu spielen. Was, erfährt man nach wenigen Minuten. Antonín Dvoraks Serenade in d-Moll, erklärt Popelka, der sein Instrument mit seinen Notizen ausgetauscht hat. 

Er parliert passioniert, erzählt von Dvoraks Reise nach Wien, blickt in die Musikgeschichte zurück, auf Brahms, wie die Gattung „Serenade“ bereits damals „Retro“ war. Ständig umkreist bei seinem Vortrag die Musiker. Es versteht es, neugierig auf fast Unbekanntes zu machen wie mit Ausschnitten aus einer Suite des Ungarn Emánuel Moór. Nach der Pause führt er in die Gegenwart, auch als Pianist. 

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Zunächst bei „Emojis, Likes und Ringtones“ seines Landsmanns, des tschechischen Komponisten Miroslav Srnka. Wer will könne, einzelne Sequenzen auch als Klingelton auf sein Handy laden, richtet Popelka vom Komponisten aus. Bei der Fassung für zwei Klavier von „Kosmos“ des Ungarn Peter Eötvös merkt man Popelka die Freude beim Musizieren an. Zum Finale gibt’s Olga Neuwirths „Hommage à Klaus Nomi“. Der Saal is jetzt in rosa Licht getaucht, , man lässt sich von „Simple Man“ und „Ding Dong The Witch is Dead“ mitreißen. Mission erfüllt, der Unterricht ist angekommen, dafür gäbe es jetzt viele Likes. Fortsetzung folgt am 24. April.

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