Museum der Moderne: Radikale Rollenbilder

"Es ist die aufwändigste Ausstellung in der Geschichte des Museums", so Direktor Stooss über die große Sommerausstellung am Mönchsberg.

Noch bis zum 30. Oktober widmet sich das Museum der Moderne (MdM) in Salzburg der Gesellschaft als Theater. Identität und ihre Projektionen, Selbstdarstellung als Reinszenierung und das Verhältnis zwischen Rolle und Akteur sind dabei die zentralen Themen der großen Sommerausstellung "Rollenbilder - Rollenspiele".

David LaChapelle
Last Supper, 2008 "Es ist die aufwendigste Ausstellung in der Geschichte dieses Museums", so Toni Stooss, Direktor des MdM. Die vielen unterschiedlichen Künstler denken an ihre persönliche Selbstdarstellung und müssen dennoch in den gesamten Ausstellungskontext eingebunden werden.

"Auch die Arbeit mit den extrem vielen Leihgebern hat uns an den Rand des Möglichen gebracht", so Stooss weiter.

Niklas Goldbach
Ten, 2010 Die Liste der Künstler ist so lang wie prominent und zieht sich durch eine Vielzahl von Stilen von den Künstlern der Tableaux vivants des 19. Jahrhunderts bis herauf zu den Rollenspielen in den sozialen Netzwerken des Internets.

Jack Pierson
Self Portrait #25, 2005 Thematisch wird die Ausstellung in Kapitel wie "religiöse Rollen", "Bildparaphrasen", "Travestie", "ethnische Identität" oder "Fiktion" gliedert.

Irene Andessner
I. M. Dietrich #2, 2001/2010 "Wann genau der Begriff des Rollenspiels in der Kunst Bedeutung bekommen hat, ist nicht feststellbar, primär kommt dieser Begriff zweifellos aus der Soziologie und der Psychologie", erklärte Stooss.

Rodney Graham
Artist's Model Posing for ‘The Old Bugler, Among the Fallen,
Battel Beaune-la-Roland, 1870’, in the Studio of an Unkown
Military Painter, Paris, 1885, 2009 Identitätsprobleme und -entwürfe seien in den 90er Jahren zentrale Themen der Kunst geworden, wobei sich viele Ausstellungen besonders mit der weibliche Rolle beschäftigt hätten, so das MdM. 

Urs Lüthi
Selbstporträt (mit Federboa), 1970 Spannende Einblicke, krasse Querverweise sowie radikale und beeindruckende Positionen warten auf die Ausstellungsbesucher.

Tina Barney
The Granddaughter, 2004 "Wir alle spielen Theater", so der US-amerikanische Soziologe Erving Goffman, um den gesellschaftlichen Normen und Erwartungen zu entsprechen und um unser "Selbst" darzustellen.

David Wojnarowicz
aus der Serie Arthur Rimbaud in New York, 1978–1979/2004 In der Kunst werden diese problematischen Reibungsflächen und Bruchstellen zwischen Rolle und Akteur gerne thematisiert, in der Gesellschaft hingegen eher marginalisiert.

Franz Hanfstaengl
Rubensfest München: Der Maler Heinrich von
Pechmann mit seiner Frau als Peter Paul Rubens
und Isabella Brant, um 1857 Dabei spielt das Bedürfnis, hinter die Maske zu schauen, wo wir "authentische" Menschen zu erwarten scheinen, eine besondere Rolle. 

Franz Hanfstaengl
Rubensfest München: Der Maler Heinrich von
Pechmann mit seiner Frau als Peter Paul Rubens
und Isabella Brant, um 1857 Die Ausstellung gibt erstmals anhand von Fotografien, Grafiken, Videoarbeiten und Installationen einen Überblick über das Phänomen des Rollenspiels als Thema der Kunst.

links: Francisco de Goya
Schon gehen sie gerupft
aus dem Zyklus Los Caprichos 1793-98

rechts: Yasumasa Morimura
aus der Serie Los Nuevos Caprichos:
Gentlemen, Your Turn is Over, 2004 "Rollenbilder - Rollenspiele", Ausstellung im Salzburger Museum der Moderne. Bis 30. Oktober 2011 im Haupthaus auf dem Mönchsberg, Tel.  0662 / 84 22 20-0

Christoph Draeger
Black September, 2002
(apa, MdM, red / reis) Erstellt am
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