Das gibt es so bald nicht wieder: Eine Pferdechoreografie zu Mozartwerken in Salzburg

© STIFTUNG MOZARTEUM/MATTHIAS BAUS

Mozart mit Pferden: Ein außergewöhnliches Spektakel
01/23/2015

Mozart mit Pferden: Ein außergewöhnliches Spektakel

In der Felsenreitschule begann die Mozartwoche mit dem französischen Pferdechoreografen Bartabas.

Im Halbdunkel schritten die Pferde zuerst auf der Bühne ganz langsam. Dazu begann aus dem Nichts heraus aus den Arkaden das sanft beleuchtete Orchester mit einem Adagio. Bei der anschließenden Fuge (beides von Mozart KV 546) wurde die Bewegung zum Trab.

Dann erschien der Meister selbst: Bartabas, der französische Pferdechoreograf, gekleidet mit Kapuze und wallendem Gewand wie ein Mönch, gab auf seinem edlen Araber "La Cavarage" zum Priestermarsch ("Zauberflöte") ein majestätisches Solo. Und dann erklang plötzlich ein strahlendes "Gloria" und alles wurde in helles, goldenes Licht getaucht.

Sechs Reiterinnen mit wallenden Haaren ritten dazu, die Arme tänzerisch weit ausladend bewegend im scharfen Galopp im Kreis: Ein Bild zum Niederknien eines außergewöhnlichen Spektakels zur Eröffnung der Mozartwoche 2015 in der Salzburger Felsenreitschule (Wiederholungen: 25. und 30. 1., Aufzeichnung im ORF am 8. 2. um 9.05 Uhr).

Bilder der Inszenierung

ARCHIVBILD: SALZBURGER MOZARTWOCHE 2015: PFERDE TA

ARCHIVBILD: SALZBURGER MOZARTWOCHE 2015: PFERDE TA

ARCHIVBILD: SALZBURGER MOZARTWOCHE 2015: PFERDE TA

Pferdchen hüpf galopp…

ARCHIVBILD: SALZBURGER MOZARTWOCHE 2015: PFERDE TA

ARCHIVBILD: SALZBURGER MOZARTWOCHE 2015: PFERDE TA

Pferdchen hüpf galopp…

Grazie

Eigentlich war ja die Felsenreitschule seinerzeit von Fischer von Erlach 1693 für Auftritte von Pferden geplant worden. Bartabas mit seinen Reitern und Pferden der Académie equéstre de Versailles ließ drei weiße Cremellos für die Soli und mehrere, graue Criollos für die Gruppe auftanzen: Voll tänzelnder Grazie und anmutiger Eleganz, in verschiedensten Dressurschritten, wie Piaffe, versammelter Trab und Galoppwechsel, und Formationen, die sich vielleicht im Laufe des 70-minütigen Abends dann doch zu sehr wiederholten.

Dazu erklang Mozarts Kantate "Davide penitente" ("Der reuige David" KV 469, eine Erweiterung der c-Moll Messe und mit italienischen Psalmen überschrieben), klug erweitert mit Mozartscher Musik. Allen voran glänzte die koloraturensichere Marianne Crebassa mit dunklem Mezzo bei den Solisten. Christiane Karg überzeugte mit glockenreinem Sopran und Stanislas De Barbeyrac mit schönem Tenor.

Les Musiciens du Louvre Grenoble unter ihrem Chef Marc Minkowski wie auch der bestens disponierte Salzburger Bachchor musizierten einfühlsam, akzentreich und mit enormer Vitalität, wenn gleich durch die räumliche und ihre aufgefädelte Distanz in den Arkaden der Dirigent öfters korrigieren musste.

Mit den punktgenau wechselnden und passenden Lichtstimmungen (Bertrand Couderc) entstand ein außergewöhnliches, poesievolles Gesamtkunstwerk, das sich mit herkömmlichen Maßstäben nicht messen lässt und nicht so bald wieder zu erleben sein wird.

Großer Jubel!

KURIER-Wertung:

Von Helmut Chr. Mayer

Konzert-Experiment Felix Mendelssohn Bartholdy ist neben Mozart der zentrale Komponist 2016. Nach drei "szenischen Jahren" gibt es 2016 ein zentrales Konzert-Experiment: Die Händeloper "Acis und Galatea" wird den Bearbeitungen von Mozart und Mendelssohn gegenübergestellt. 2017 soll es bei der Mozartwoche wieder eine szenische Produktion geben.

Weiterer Schwerpunkt Weiters gibt es 2016 einen Schwerpunkt für Henri Dutileux (1916–2013): In sieben Konzerten wird das gesamte Klavierwerk zu hören sein.

Pferd von Mozart-Aufführung schwer verletzt

Bei einem Ausritt ist am Freitagvormittag in Lamprechtshausen (Flachgau) laut APA-Informationen ein Pferd aus der Akademie Equestre de Versailles schwer verletzt worden. Das Tier wich zunächst einem entgegenkommenden Traktor aus, scheute dann aber plötzlich. Das Pferd trat zurück auf die Straße und wurde vom Vorderrad des Traktors erfasst. Laut Polizei erlitt das Tier schwere Verletzungen an den Beinen.

Der Reiter (26) blieb bei dem Vorfall unverletzt, ob das Tier eingeschläfert wurden muss, stand noch nicht fest. Weil der Traktorlenker nach dem Vorfall weiterfuhr, ohne seine Daten bekannt zugeben, suchte die Polizei nach dem Fahrer. Laut Zeugenaussagen handelte es sich um einen älteren Mann mit grauen Haaren, sein roter Traktor dürfte mit einem Frontladesystem ausgestattet gewesen sein.(APA)

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