Stani Vana mit den Sängerinnen Yola B und Noma D.

© /Ingo Pertramer

Konzert
10/13/2016

Mit Pippi und Platon zum Ziel

Nach dem Erfolg von "Bring It On" gehen DelaDap auf Tour.

von Brigitte Schokarth

"Damit habe ich das Gefühl, dass ich angekommen bin", sagt Stani Vana, Mastermind von DelaDap über "Bring It On", das jüngste Album seiner Band. Im KURIER-Interview erklärt der in Prag geborene Wahl-Österreicher auch, wieso das so ist.

"Ich habe 2004 mit DelaDap begonnen, weil ich diesen Overkill der amerikanisch beeinflussten Musik satt hatte und einen neuen Sound suchte. Obwohl ich nicht aus Ungarn komme, hat neben Punk, Electro und Hardcore auch der Csárdás meine Teenagerzeit geprägt, und ich wollte diese Art von Musik in die Clubs bringen. Mit diesem Sound sind Deladap schnell erfolgreich geworden. Speziell in Russland, Ungarn und Griechenland waren wir Superstars."

Nach fünf Jahren, in denen die Band "ein Selbstläufer" war, bekam Vana Zweifel. Nicht nur weil der Sound "musikalisch abgearbeitet" war. Es gab auch Tendenzen, die Musik von DelaDap (in der Sprache der Roma: ,Gib mir den Beat‘) für politische Zwecke einzusetzen, was Vana aber generell ablehnt. Eine anfangs gute Idee habe sich zu einem Instrument der Kulturpolitik entwickelt, so Vana. "Damit habe ich mich nicht mehr wohl gefühlt." So erfand er die Band neu, spielt jetzt mit den Sängerinnen Yola B. und Noma D. eine mitreißende Mischung aus Swing, Jazz und Soul, die vor allem live eine tolle Party garantiert. Aber auch wenn der neue Sound ausgelassen fröhlich ist – in den Texten verarbeitet der extrem belesene Vana gerne Anleihen und Ideen aus Literatur, Philosophie und Geschichte.

"Einige Titel von ,Bring It On‘ sind reine Pop-Songs. Aber bei den meisten gibt es mehrere Ebenen, und man kann den Text als Aufruf zum Feiern lesen, aber auch einen tieferen Sinn dahinter entdecken. Denn auch wenn Unbeschwertheit mein Naturell ist, ich habe auch eine nachdenkliche Seite."

So kann Vana in dem Song "King Of The Divan", in dem es um persönliche Freiheit geht, Pippi Langstrumpf zitieren, und sich dann bei "Sleepwalker" gleichzeitig auf Platons Höhlengleichnis und das revolutionäre Buch "The Sleepwalkers" von Christopher Clark beziehen. In dem relativiert der australische Historiker die These von der Verantwortlichkeit des Deutschen Reichs am Ersten Weltkrieg.

"Das Buch hat mich fasziniert, denn Clark sagt, dass alle da hinein gedriftet sind, ohne dass einer Schuld hatte. Und dieses Driften, das In-Etwas-Hineingeraten, hat mich an Platon erinnert. Der sagt, dass wir in einer Höhle angekettet sind, und vor uns ist eine Wand, auf der durch eine offene Türe die Bilder projiziert werden, durch die wir die Welt wahrnehmen."

Licht Ins Dunkel

Weniger philosophisch als spirituell ist "One Goal In The End", das DelaDap als Single für "Licht Ins Dunkel" zur Verfügung gestellt haben.

"Auch wenn ich ohne Bekenntnis bin, bin ich in diesem Kulturkreis aufgewachsen und kenne das Neue Testament gut. Deshalb ist dieser Song über das Bewusstsein entstanden. Und weil ich ,Licht Ins Dunkel‘ als großartige Aktion schätze, hat das perfekt gepasst."

INFO:DelaDap live: 14. 10. Mödling / Red Box, 16. 10. Wien/Radiokulturhaus. Karten: www.redbox-moedling.at bzw. www.oeticket.com

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