Mit der Kamera durch den Irak

Ambivalente Ansichten des bekannten US-Kriegsfotografen Russel Lee Klika von seinen Missionen im Land des Euphrat und Tigris.


"Der Blick des Journalisten fällt durch den Sehschlitz des Panzers. Und der ist nicht sehr groß," heißt ein oft zitierter Satz über Objektivität in der Kriegsberichterstattung. Fotografien nehmen dabei eine besondere Rolle ein. Sie sprechen für sich, wie auch die Bilder des US-amerikanischen Fotografen Russel Lee Klika zeigen. Seit 2004 begleitet Klika als Fotograf die US-Armee, vorwiegend in den Irak und nach Afghanistan. Im kommenden Jahr wird ein Bildband mit einer Auswahl seiner Schnappschüsse im Irak erscheinen. In den USA zählt Russel Lee Klika zu den bekanntesten Kriegsfotografen. 

 Im Bild: In der Provinz Salahaddin werden mutmaßliche Aufständische festgenommen. Geschossen hat er bereits in jungen Jahren. 1977 ging der 17-Jährige zur US-Marine, drei Jahre später wurde er Schütze von Maschinengewehren. 


Im Bild: Boxkampf unter US-Soldaten in einer Militärbasis nahe Bagdad. Vier Jahre später legte er sich ein Schussgerät der anderen Art zu: er kaufte sich eine Kamera.

Im Bild: Patrouille in der Stadt Jalulah. Nur zwei Jahre später wurde Klika in den Reigen der erfolgversprechendsten amerikanischen Jungfotografen  aufgenommen.  

Im Bild: Trauer um einen gefallenen Soldaten. 1988 durfte er als erster Militärfotograf am Eddie Adams Experience Workshop, benannt nach dem Kriegsfotografen und Pulitzer-Preisträger, für Fotojournalismus teilnehmen. 

Im Bild: Kinder im Irak. Daraufhin tauchte Klika in die Gefilde der zivilen Pressefotografie ab, arbeitete für verschiedene US-Zeitungen und Magazine. Nach 14 Jahren Zivilfotografie zog es ihn 2004 zurück zur Armee. 

Im Bild: Sicherheitspersonal der Vereinten Nationen in Bagdad. Fünf Mal war er seither im Irak als "drittes Auge" der Soldaten tätig. 

Im Bild: US-Soldat in einem Blackhawk-Hubschrauber. "Für jede Mission, die ich begleite, mache ich einen Fotoessay", erzählt Klika über seine Arbeit. 

Im Bild: Ein US-Soldat in der Stadt Sdar. Ergreifende Momente, die Möglichkeit, Emotionen der Soldaten oder Zivilisten einzufangen, motivieren ihn.


Im Bild: Porträt einer alten Frau aus Bagdad.  Doch bevor ihn die Soldaten zu einem Einsatz mitnehmen, muss er zuerst deren Vertrauen gewinnen. "Sie müssen mich ja auch beschützen." Kriegsfotografen sind meist denselben Risiken ausgesetzt wie Soldaten. Klika ist auf seinen Missionen daher nicht nur Fotograf, sondern auch Soldat. "Man muss immer bereit sein, auch zur Waffe zu greifen." Mit seinen Bildern möchte er zur "visuellen Enzyklopädie" der Geschichte beitragen. 

Im Bild: Soldaten durchkämmen das Haus einer alten Frau. Klassische Kriegsfotografie, also Fotos, die kämpfende Soldaten zeigen, sucht man bei Klika daher vergeblich.


Im Bild: Der Wind und Staub als tägliche Begleiter der Menschen im kurdischen Teil des Irak. Denn sein Ansatz geht zurück zu den Anfängen der Kriegsfotografie, die sich nicht nur auf Kriegshandlungen beschränkt, sondern vor allem Porträts von Soldaten und Zivilisten ablichtete. Die Aufgabe von Kriegsfotografen besteht demnach nicht nur darin, den Krieg zu dokumentieren, sondern auch Bilder für die historischen Aufzeichnungen zu schaffen. 

Im Bild: Drei Generationen - Frauen an der irakisch-iranische Grenze. Viele seiner Fotos lichten daher Zivilisten ab - für seine Enzyklopädie. "Meine Fotos sind nicht gestellt. ... ... Ich warte nur darauf, zum richtigen Zeitpunkt abzudrücken." "Ein Gespür für den richtigen Moment und Geduld beim Warten sind zwei Tugenden, die ein jeder Fotograf haben muss", betont er. Seine Lieblingsmotive sind Kinder, die auch im Irak vor Kameras selten Scheue zeigen. Dass die Fotos abwechselnd in Farbe und Schwarzweiß gehalten sind, ist eine Wahl, die er erst im Nachhinein trifft,  wie er KURIER.at verrät. Um die Bildern von den Wörtern zu entkoppeln, betont er. Damit wolle er verhindern, dass der Betrachter den Farben zu viel Aufmerksamkeit schenkt. So könne man die Aufmerksamkeit darauf lenken, was am Bild wirklich abgelichtet ist, meint er. Im Bild:  Tränen beim Abschied. Weitere Fotos finden Sie auf der Website von Russel Lee Klika. (Link siehe unten)
(KURIER.at) Erstellt am
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