Metropolitan Opera muss vielleicht Chagall-Wandgemälde verkaufen

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Intendant Peter Gelb fehlen Millionen Dollar. Kündigungen, Gehaltskürzungen und eingemietete Musicals stehen im Raum. Und der Verkauf von Chagall-Bildern.

Erst im vergangenen Jahr hatte die Metropolitan Opera einen Deal mit Saudi-Arabien ausgehandelt, um sich aus ihrer bereits aus Covid-Zeiten resultierenden, prekären finanziellen Lage zu befreien: Das Königreich wollte das Haus über einen Zeitraum von acht Jahren mit insgesamt 200 Millionen Dollar unterstützen, dafür sollten Stars aus New York jeden Winter drei Wochen lang im Royal Diriyah Opera House nahe Riad gastieren.

Nun könnte dieser – ohnehin wegen der Menschenrechtslage in Saudi-Arabien umstrittene – Vertrag nicht zustande kommen. Das lässt Intendant Peter Gelb möglicherweise zu drastischen Mitteln greifen.

Gelb kürzt eigenes Gehalt

Mitarbeiter sollen entlassen und die Gehälter der bestbezahlten Führungskräfte sollen gekürzt werden. Das soll auch Gelb selbst betreffen, der 1,4 Millionen Dollar Jahresgehalt bekommt. Auch der Spielplan soll ausgedünnt werden, er ist seit der Pandemie schon von 25 auf 17 Produktionen jährlich geschrumpft.

Stattdessen will Gelb Musicals und Popkonzerte im Opernhaus einmieten lassen. Stings Werk „The Last Ship“ macht im Juni den Anfang.

Verkauf mit Haken

An die 55 Millionen Dollar könnte eine eher spektakuläre Verdienstquelle bringen. Das Haus besitzt zwei meterhohe Wandgemälde von Marc Chagall, „The Triumph of Music“ und „The Sources of Music“ von 1966. Allerdings hätte ein Kauf der Kunstwerke einen Haken: Die Bilder müssen in der Met verbleiben, der Käufer bekommt nur eine Namenstafel. 

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