TV-Quoten: Information und Sport-Highlights dominierten 2025
Eine Ausgabe der "ZiB1" ist die meistgesehene TV-Sendung 2025. Am 6. Jänner verfolgten 1,83 Mio. Personen die ORF-Nachrichtensendung. An diesem Tag hatte Bundespräsident Alexander Van der Bellen FPÖ-Chef Herbert Kickl mit der Regierungsbildung beauftragt. Zudem sicherte sich der Kärntner Daniel Tschofenig den Gesamtsieg bei der Vierschanzen-Tournee vor seinen Skisprung-Kollegen Jan Hörl und Stefan Kraft, was dem ORF starke 1,5 Mio. Zuschauerinnen und Zuschauer bescherte.
Ebenso viele Personen waren beim Fußball-WM-Qualifikationsspiel zwischen Österreich und Bosnien-Herzegowina dabei, was dem Salzburger Privatsender ServusTV mit Blick auf die reichweitenstärksten Sendungen einen Stockerlplatz bescherte. Überhaupt performte Sport abermals sehr gut und belegte etliche Plätze in den Top 10 des ORF: Der Riesentorlauf der Herren in Schladming brachte es auf 1,3 Mio. Zuschauer, der Slalom der Herren in Schladming auf 1,2 Mio., die Abfahrt der Herren in Kitzbühel auf 1,2 Mio. und der Slalom der Herren in Kitzbühel auf 1,1 Mio. Zuschauer. Dazwischen war noch Platz für die ORF-Regionalnachrichtensendung "Bundesland heute" mit 1,3 Mio. Zuschauern (7. Jänner), die Eröffnung des Opernballs (1,3 Mio. Zuschauer), eine "ZiB Spezial" zum Aus der Koalitionsverhandlungen zwischen ÖVP und SPÖ (4. Jänner, 1,2 Mio. Zuschauer) und das Finale des Eurovision Song Contests (ESC) in Basel, im Zuge dessen JJ den Sieg für Österreich holte (1,2 Mio. Zuschauer).
Heißer Anwärter auf die reichweitenstärkste Sendung 2026 ist wohl das WM-Fußballspiel Österreich gegen Argentinien am 22. Juni. Es wird bei ServusTV um 19 Uhr und damit zu sehr guter Sendezeit zu sehen sein. Die beiden weiteren Gruppenspiele der österreichischen Nationalelf gegen Jordanien und Algerien zeigt ORF 1. Sie sind jedoch zu eher unattraktiven Zeiten (6 Uhr und 4 Uhr zu sehen).
ORF-Gruppe mit stärkstem Wert seit 2021
Die ORF-Gruppe steigerte sich laut den Teletestdaten gegenüber 2024 um 0,4 Prozentpunkte auf 34,6 Prozent Marktanteil. Damit lag 2025 laut einer Aussendung der stärkste Wert seit dem Corona-Jahr 2021 vor. Im Schnitt erreichte der öffentlich-rechtliche Rundfunk täglich rund 3,6 Mio. Menschen und damit 47 Prozent der TV-Bevölkerung. Mit Abstand stärkster Sender ist nach wie vor ORF 2 mit stabilen 20,8 Prozent Marktanteil. ORF 1 legte deutlich (+0,7 Prozentpunkte) auf 10,8 Prozent Marktanteil zu. Der Kultur- und Infospartenkanal ORF III steuerte stabile 2,6 Prozent Marktanteil für die Gruppe bei, wobei täglich durchschnittlich 755.000 Personen zumindest kurz vorbeischauten. Der Rest entfiel auf den Spartenkanal ORF Sport+, der täglich im Schnitt 213.000 Personen erreichte.
Der ORF verwies in einer Aussendung darauf, dass das Ausstrahlungsvolumen an eigen- und ko-produzierten Filmen und Serien erhöht wurde, während US-Sitcoms und -Kaufserien zurückgedrängt werden. Info-Sondersendungen seien überdurchschnittlich stark genutzt worden und der Talkbereich mit dem "ZiB Talk" und "Das Gespräch" reformiert worden.
ServusTV mit zweitstärkstem Jahr der Sendergeschichte
ServusTV verzeichnete mit 4,7 Prozent Marktanteil das zweitstärkste Jahr in der Geschichte des Senders und stand damit zugleich an der Spitze der heimischen Privatsender. Im Vorjahr kam der Salzburger Sender auf 5,3 Prozent. Neben dem WM-Quali-Spiel punktete ServusTV etwa mit Formel 1-Übertragungen und im Fiction-Bereich mit den Eigen- und Koproduktionen "Alpentod - Alte Wunden" und der Folge "Letzter Stollen" der Altaussee-Krimireihe. Mehrere Sendereihen verzeichneten 2025 Rekordwerte - darunter "Bergwelten", "Heimatleuchten" und der Talk "Links. Rechts. Mitte".
Puls 4 stärkster Privatsender in der Kernzielgruppe
Die vier Österreichsender der ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe (Puls 4, ATV, ATV2, Puls 24) kamen in Summe auf stabile 6,9 Prozent Marktanteil. Bei den von der Sendergruppe fokussierten 12- bis 49-Jährigen waren es 11 Prozent Marktanteil - ein Bestwert seit 2022. Puls 4 war mit 4,9 Prozent Marktanteil bei den 12- bis 49-Jährigen stärkster Fernsehsender der Gruppe und stand zudem an der Spitze der österreichischen Privatsender. Die reichweitenstärksten Sendungen waren allesamt aus dem Sportbereich, wobei ein Fußball-WM-Qualimatch zwischen Bosnien-Herzegowina und Rumänien mit 252.000 Zuschauern an der Spitze stand.
Die reichweitenstärkste Sendung der P7S1P4-Gruppe verbuchte jedoch ATV mit einer Ausgabe der Kuppelsendung "Bauer sucht Frau". Sie verzeichnete mit 367.000 Zuschauern ein neues Allzeithoch in der 22. Staffel. Der Privatsender brachte es auf 4 Prozent Marktanteil in der Kernzielgruppe, wobei etwa auch das Reality-TV-Format "Forsthaus Rampensau" mit guten Einschaltquoten seinen Beitrag dazu leistete.
Beim Nachrichtensender Puls 24 standen 0,7 Prozent Marktanteil (12-49) zu Buche, wobei eine Übertragung von einem Eishockey-Spiel (KAC gegen Black Wings mit 88.000 Zuschauern) an der Spitze stand. Auch die Diskussionssendung "Wild Umstritten" zog ein für den Sender überdurchschnittlich großes Publikum an (52.000 Zuschauer).
Oe24.tv mit Bestwert bei 12- bis 49-Jährigen
Oe24.tv kam auf 1,4 Prozent Marktanteil und legte bei den 12- bis 49-Jährigen mit 1,8 Prozent Marktanteil einen neuen Bestwert für den Sender der Mediengruppe Österreich hin. Im Schnitt erreiche man 308.000 Zuseher pro Tag, hieß es in einer Aussendung.
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