Dan Lucas ist Sänger und startet mit 64 Jahren bei „The Voice
 Senior“.

© SAT1/Andre Kowalski

Kultur Medien
12/23/2018

"The Voice Senior" startet: Talent kennt kein Alter

Mit „The Voice Senior“ geht Sat.1 einen neuen Weg und castet nun musikalische Unruheständler.

Mit „The Voice Senior“ geht Sat.1 einen neuen Weg und castet nun musikalische Unruheständler. Die Teenager haben sich bereits flächendeckend beworben*, die Twens ebenso, die Mittdreißiger waren schon beim ersten Durchlauf dabei – wer fehlt? Die Generation 55 plus, die sogenannten Baby-Boomer sowie Ältere treten in den Fokus der Castingshow-Macher. Sat.1 startet heute, Sonntag einer Variation seiner Musik-Show „The Voice“, nur mit älteren Startern – „The Voice Senior“ also (heute, Sonntag, 20.15 Uhr).

Die Sendung wird wie das Original funktionieren: Ein Talent singt vor, die Jury stimmt ab und man kommt mit ein der richtigen Mischung aus Ausstrahlung, Glück und Können eine Runde weiter. Mit dem feinen Unterschied zu den Vorgängersendungen: Hier handelt es sich unzweifelhaft um Erwachsene, die wissen, worauf sie sich einlassen.

Bekannte Jury

Die Kandidaten, die vor den altbekannten „Voice“-Coaches Mark Forster, Yvonne Catterfeld, Sasha und BossHoss auftreten, beeindrucken nicht nur mit ihren kräftigen Stimmen, sondern auch mit packenden Lebensgeschichten, wie heute zu sehen sein wird: Die Münchner Friseurin Gabriele Treftz (78) etwa musste ihren Musiktraum schon als Jugendliche begraben, weil ihre Mutter und später ihr erster Ehemann für sie einen „richtigen“ Beruf vorgesehen hatten. „In den 60er-Jahren hatten Frauen ja noch nicht diese Freiheit, die sie heute haben.“

Ins „Voice“-Studio nach Berlin kam die 78-Jährige mit Lebenspartner Wolfgang. Mit dem voller Stolz und Eleganz vorgetragenen Knef-Klassiker „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ rührte die charmante Seniorin Coaches und Publikum.

„O Sole...“

Die Sendung wird in guten Momenten sehr emotional: Fritz Bliesener aus Berlin wird mit seinen 80 Jahren die italienische Arie „O Sole Mio“ schmettern und die Düsseldorfer Chorsängerin Giselle Rommel punktet mit ihrer Schlagfertigkeit. Auf die Frage, warum sie keinen Mann zu Hause habe, entgegnete sie mit einem Lachen: „Ich habe schon drei unter die Erde gebracht.“

Die Geschichten und Auftritte der stimmgewaltigen Senioren sorgen aber nicht nur für Gänsehaut, sondern lassen die jüngere Generation auch hoffen. Viele werden vor dem Fernseher wohl denken: „So fit möchte ich in dem Alter auch noch sein.“ „Wenn eine 80-Jährige mit großartigem Talent dir erzählt, warum solch ein Auftritt vorher aus den verschiedensten Gründen nicht möglich war, dann entfaltet das eine Kraft, die ich vorher noch nie im Fernsehstudio erlebt habe“, sagt Coach Mark Forster.

Nach „The Voice of Germany“ und „The Voice Kids“ ist das Seniorenformat der dritte Ableger der Castingshow, mit der ProSieben und Sat.1 seit mehreren Jahren zum Teil sehr gute Quoten einfahren, auch wenn die achte „Voice“-Staffel in der vergangenen Woche eher schwach zu Ende ging.

Die Senioren-Ausgabe lief bereits in den Niederlanden und Russland erfolgreich und stimmt die Senderfamilie optimistisch. Vor allem die Programmierung der insgesamt vier Folgen in der Weihnachtszeit, in der viele Familien Zeit zusammen verbringen, könnte sich als kluger Schachzug erweisen.

*Disclaimer: In der Printversion des Textes stand an dieser Stelle das Wort "blamiert". Aufmerksame Leser haben den Autor darauf hingewiesen, dass es bei "The Voice" im Unterschied zu manchen anderen Castingshows nicht darum geht, den Voyeurismus der Seher zu bedienen, sondern echte Talente zu finden.

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