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Kultur Medien
07/08/2019

Streaming-Tipps: Welche Serien Sie diesen Sommer sehen sollten

Von Zeitreise-Abenteuern über Animations-Reihen bis zu Agenten-Thrillern: Die Empfehlungen der Redaktion zum Binge-Watching.

Keine Lust auf Grillpartys und Freibäder? Es ist vollkommen okay, im Sommer auch mal zu Hause zu bleiben. Versprochen! Vor allem, wenn großartige Serien darauf warten, gesehen zu werden. 6 Empfehlungen der Redaktion fürs fröhliche Binge-Watching.

 

1. Stranger Things

Es ist heiß – nicht nur hierzulande, sondern auch im fiktiven Städtchen Hawkins, Indiana. Dort würde die liebenswerte Nerd-Clique aus „Stranger Things“ am liebsten einfach nur den Sommer genießen. Doch in der dritten Staffel der beliebten Mystery-Serie warten wieder neue Herausforderungen auf sie – etwa Hormone.

Die Kids sind in der Pubertät angekommen und so entstehen bisher ungeahnte Konflikte: Was passiert mit Freundschaften, wenn romantische Gefühle auf einmal eine Rolle spielen? Und dann beginnt sich wieder etwas in der schaurigen Schattenwelt zu rühren. Mike, Will, Eleven & Co. müssen sich wieder zusammenraufen und gegen Monster kämpfen.

Dieses Mal vor bunterer Kulisse – anders als in den bisherigen Staffeln sind die neuen Folgen nicht im genrepassenden Herbst angesiedelt – aber nach wie vor von einem wunderbaren 80er-Jahre-Nostalgie-Soundtrack begleitet. (nobe)

Was: Stranger Things

Wie viel: 3 Staffeln

Wo: Netflix

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2. Dark

Die erste deutsche  Netflix-Serie treibt die Zeitreisethematik  mit komplexen und verwinkelten  Erzählsträngen und einer Vielzahl von Charakteren  auf die Spitze. Das verlangt dem Zuschauer zwar einiges ab, aber dafür bekommt man  auch sehr viel geboten. Und zwar eine spannende Schnitzeljagd  mit vielen Wendungen.

Es gibt jede Menge Drama,  seltsame Ereignisse und dubiose Gestalten, die auftauchen und wieder verschwinden. Wohin, weiß am Anfang niemand. Das Raum-Zeit-Paradoxon dient dabei als kreativer Spielball für die verschachtelten und verstrickten Handlungen, die die Zuseher immer wieder vor neue Rätsel stellen. Netflix hat kürzlich die zweite Staffel der als Trilogie geplanten Serie online gestellt. (weise)

Was: Dark

Wie viel: 2 Staffeln

Wo: Netflix

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3. Homecoming

Eine Serie mit Julia Roberts? Klingt nach Starfernsehen statt nach Storytelling. Blödsinn, wie die Amazon-Produktion demonstriert. Roberts tritt hier in einer düsteren, stylischen und rätselhaften Thrillerproduktion auf. „Homecoming“ ist der titelgebende Name einer Betreuungseinrichtung für amerikanische Veteranen, die freundlich wirkt, in der aber dunkle Dinge vor sich gehen.

Die Serie hat zwar kurze Folgen, verlangt aber einen langen Atem, um alle Handlungsstränge zu verknüpfen. Es lohnt sich jedenfalls, dran zu bleiben – das Ende ist grandios. Roberts ist übrigens eine der besten Serienhauptdarstellerinnen, die man sich wünschen kann. Von wegen Starfernsehen. (pwi)

Was: Homecoming

Wie viel: 1 Staffel

Wo: Amazon Prime Video

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4. Fleabag

Auf den ersten Blick könnte man „Fleabag“ fälschlicherweise für eine Art britisches „Sex And The City“ halten: Die junge Protagonistin (Serien-Autorin Phoebe Waller-Bridge) stolpert von einem sexuellen Abenteuer ins nächste und versucht mehr schlecht als recht, ihr Leben auf die Reihe zu bekommen.

Doch die (Fremd-)Schamesröte treiben einem vielmehr die herrlich unangenehmen Familientreffen ins Gesicht – vor allem, wenn das „Stiefmonster“ (Olivia Colman) mit dabei ist. Grandios ist die erste Folge der zweiten Staffel (wenn Sie nur eine Episode sehen, dann diese!), wo eine Feier gar blutig endet. Eine dritte Staffel wird es nicht geben, darüber tröstet aber das absolut gelungene Serienfinale hinweg. (nobe)

Was: Fleabag

Wie viel: 2 Staffeln

Wo: Amazon Prime Video

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5. The Americans

Die gefeierte Serie ist im Agentenmilieu der frühen Achtzigerjahre angesiedelt. „The Americans“ kreist um zwei KGB-Offiziere, um Elizabeth (Keri Russell) und Philip Jennings (Matthew Rhys), die einst von den Sowjets mit neuen Identitäten in die US-Gesellschaft eingeschleust wurden, um von dort aus ihre Heimat vor dem Erzfeind zu beschützen.

Die Serie stellt wie „Homeland“ (ebenfalls großartig und aktuell auf Amazon Prime Video abrufbar) die Frage nach Loyalität, nach der Möglichkeit, ideologisch umgedreht  zu werden. Und so müssen Elizabeth und Philip neben banalen Dingen wie zur Arbeit fahren, Kinder zur Schule bringen und Jausenbrotschmieren spitzeln und töten – alles im Auftrag der sowjetischen  Staatssicherheit. (weise)

Was: The Americans

Wie viel: 5 Staffeln

Wo: Netflix

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6. Love, Death & Robots

Es gibt in diesem Jahr wohl keine seltsamere Veröffentlichung als diese Anthologie, die Netflix vorlegte. Sie entspricht in etwa der verfilmten Version von Graphic-Novel-Sammlungen, in denen – der Allmacht der Illustration sei Dank – erzählerisch alles möglich ist.

Mit diesen Mitteln wird in „Love, Death & Robots“ auch alles möglich gemacht: Am ehesten beschreibbar ist noch der Kurzfilm zu den Alternativ-Todesszenarien von Adolf Hitler. Dieser schreitet darin aus der Wiener Bildenden und kommt in mehreren Varianten um – daraus ergeben sich unterschiedlichste Weltenläufe.

Was noch für die Kurzfilmsammlung spricht: Die einzelnen Beiträge sind selten länger als zehn Minuten und eine Leistungsschau des Animations-Undergrounds. Die Filme sind so unterschiedlich wie kurzweilig. (pwi)

Was: Love, Death & Robots

Wie viel: 1 Staffel

Wo: Netflix