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Kultur Medien
04/09/2019

Serientipp: "Future Man" ist ein herrlich blödes Popkulturspektakel

Zwei Staffeln der Science-Fiction-Komödie sind auf Amazon Prime abzurufen.

von Georg Leyrer

„Ich hasse die Zukunft“, schreit Josh am Ende der zweiten Staffel, und er hat recht. Denn erstens nennen ihn dort alle „Future Man“, obwohl er Futturman heißt.

Und zweitens hat ihm die Zukunft allerlei eingebrockt: Er, der Hauswart und Computerspielliebhaber, soll, bilden sich die Menschen aus dem 22. Jahrhundert ein, die Welt retten. Dafür musste er in der Zeit herumreisen – und u.a. als Astronaut verkleidet in den 60ern einen Tanzwettbewerb gewinnen, ins Haus von James Cameron einbrechen, Schwammerln aus dem Kanal essen (mit genau den Folgen, die man sich da vorstellt) und sich eine Nadel ins Hirn stechen lassen. Das einzig Positive: Beim Zeitreisen bekam sein Geschlechtsorgan ein ordentliches Update.

„Future Man“ (auf Prime Video gibt es zwei Staffeln) ist lustig, ordinär, schräg, und derzeit ein Geheimtipp. Es geht um die vorherrschende Populärkulturform, die die Serie „Big Bang Theory“ im großen Maßstab in den TV-Hauptabend gebracht hat: um die Comic-, Game- und Science-Fiction-Nerds und ihren Humor. Und „Future Man“ geht einen Schritt weiter: Die Serie macht sich über den Nerd-Humor selbst lustig – und beweist dabei erfreulich viel Auskennertum. Es ist die Serie, die Sheldon, Leonard, Howard und Raj selbst anschauen würden.

Denn „Future Man“ ist ein Referenzhimmel für alle, die entweder in den 80ern bzw. 90ern groß wurden, oder Popkultur ernst nehmen. Oder den einen oder anderen Geschlechtsteil- oder Ausscheidungs-Witz goutiere (kein Wunder, dahinter steht Seth Rogen, bekannt aus u.a. „Bad Neighbors“).

Eine unvollständige Liste der Filme bzw. Kulturprodukte, auf die die Serie Bezug nimmt: „Zurück in die Zukunft“, „Terminator“, „Mad Max“, jedes Computergame, bei dem man mit übergroßer Knarre und Machospruch auf den Lippen unterwegs ist, „Easy Rider“, alle Filme von John Hughes, der Gourmet-Hype, Stirnbänder und Neon-T-Shirts in den 1980ern, Katzenfleisch im Taco, virtuelle Realität und James Cameron.

Verspielt

Man muss sich ein bisserl eingewöhnen: Warum etwa Wolf (Derek Wilson) so extra blöd daherredet, erschließt sich erst, wenn man kapiert, dass er eine Fantasiefigur aus einem Computerspiel ist.

Zumindest am Anfang. Dann beginnt sich eine wirklich witzige Dynamik zwischen Wolf, Tiger (Eliza Coupe) und Josh (Josh Hutcherson, bekannt aus u.a. „Tribute von Panem“ und hier ein Michael.-J.-Fox-Wiedergänger) zu entspinnen. Und man findet, dass Rogen für diese Serie einen Kuss auf sein Rattenloch verdient hätte (fragen Sie nicht).

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