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Kultur Medien
02/24/2020

Kritik an neuer Amazon-Serie: "Einladung an Holocaust-Leugner"

Auschwitz Memorial kritisiert Fake-Schachspiel mit KZ-Insassen in der Serie "Hunters". Autor Weil verteidigt sich.

Die Gedenkstätte des ehemaligen NS-Vernichtungslagers Auschwitz hat scharfe Kritik an der neuen Amazon-Serie „Hunters“ mit Oscar-Gewinner Al Pacino in der Hauptrolle geübt. Die Darstellung eines Schachspiels mit KZ-Insassen sei „nicht nur eine gefährliche Torheit und Karikatur, sie ist auch eine Einladung an künftige (Holocaust-)Leugner“, schrieb das Auschwitz Memorial am Sonntag auf Twitter.

„Wir ehren die Opfer, indem wir bei den Fakten präzise bleiben“, mahnte die Gedenkstätte mit Blick darauf, dass Auschwitz „voll von entsetzlichem Schmerz und Leid“ gewesen sei. Dies wurde „durch die Berichte von Überlebenden dokumentiert“.

Serienschöpfer verteidigt sich

In „Hunters“ geht es um eine Gruppe von Nazijägern, die im New York der 1970er Jahre aktiv sind. Die insgesamt zehn Episoden der Serie sind ab Freitag abrufbar. Serienschöpfer David Weil benutzte die Geschichte seiner Großmutter als Vorlage.

Weil verteidigte sich in einer Stellungnahme, dass die Serie „keine Dokumentation“ sei „und das auch niemals hätte sein sollen“. Er verteidigte die Szene, bei der die Nazis KZ-Insassen als Schachfiguren einsetzen, die dann entsprechend dem Spielverlauf getötet werden. Diese Szene sei ihm „wichtig“ vorgekommen, weil sie einer Weißwaschung der Nazis entgegenwirke, „indem sie die extremste - und gegenständlich wahrheitsgemäße - Ausprägung des Sadismus und der Gewalt darstelle, die von den Nazis an Juden und anderen Opfern verübt wurde“, argumentierte Weil.

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