© ZDF und Marius Becker

Kultur Medien
03/24/2022

"Es braucht nicht nur neue Männer – auch neue Frauen"

Collien Ulmen-Fernandes stellt heute in einer zweiteiligen TV-Doku die Frage: "Rabenväter oder Super Dads?"

Dennis (41) und Tobias (33) sind Eltern eines Buben und eines Mädchens. Die beiden leben in Köln, sind verheiratet und haben mit einer Leihmutter aus den USA ihren Traum vom Familienglück wahr gemacht (siehe Bild).

In den Augen vieler ist das ein ungewohntes Bild. Aber man muss gar nicht gleichgeschlechtliche Partnerschaften heranziehen, um zu sehen, dass Väter, die einen Kinderwagen schieben, noch immer interessierte Blicke auf sich ziehen.

In der zweiteiligen Doku „Rabenväter oder Super Dads“ (heute, ZDF neo, 20.15 Uhr) geht Collien Ulmen-Fernandes den neuen, vielfältigen Väterbildern nach. Sie erzählt: „Wir haben eine Familie mit zwei Vätern. Wir haben eine Familie, in der er Vollzeit arbeitet. Sie arbeitet Teilzeit. Also eher das klassische Modell. Dann haben wir eine Familie, bei der beide sehr viel beruflich reisen müssen. Und wir haben einen Hausmann dabei.“

Rabenväter oder Super Dads? (1)

Die verschiedenen Familien wurden jeweils in Alltagssituationen begleitet, zudem werden Statistiken eingeblendet sowie Expertinnen und Experten befragt.

Ein Hausmann als "Exot"

Marius ist einer der Väter. Er hat sich Elternzeit genommen, fühlt sich dabei als „Exot“. Die Statistik gibt ihm recht. Ulmen-Fernandes sagt daher in der Doku: „Neue Väter braucht das Land.“

Die Rolle als „aktiver, moderner Vater“ definiere man so, dass er sich genauso für die Kinder verantwortlich fühlt wie die Frau. Laut einer großen Umfrage würden nur 16 Prozent der deutschen Väter in diese Kategorie fallen. „Es ist aber verdammt wichtig für Kinder, dass sie engagierte Väter haben“, meint Ulmen-Fernandes. „Die Kinder, bei denen der Vater wirklich aktiv involviert ist, schneiden im Berufsleben besser ab, haben höhere Empathiefähigkeit, höheres Selbstbewusstsein.“

Warum gehen aber so wenig Väter in Karenz?

Ulmen-Fernandes glaubt, „dass es ganz viel mit Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit zu tun hat.“ Studien hätten ergeben, dass viele Frauen noch immer möchten, dass der Mann das meiste Geld nach Hause bringen soll. „Auf der anderen Seite wollen die gleichen Frauen aber auch, dass er ganz viel zu Hause ist und für Kinder und Haushalt zuständig ist. Das ist ein bisschen widersprüchlich. Insofern braucht das Land nicht nur neue Männer, sondern auch neue Frauen, weil man sich von all diesen Ansprüchen, die man an die Väter hat, auch freimachen muss.“

Jubelstürme

Ulmen-Fernandes hat sich auf ZDF neo zuvor schon mit der Thematik „Rabenmütter oder Super Moms“ beschäftigt. Die Schauspielerin und Moderatorin, die mit Berufskollege Christian Ulmen verheiratet ist, weiß auch aus eigener Erfahrung zu berichten, wie unterschiedlich das im Alltag bewertet wird: „Als unser Kind zur Welt kam, habe ich ein Mal die Woche gearbeitet, und an diesem Tag hat mein Mann das Kind ins Büro mitgenommen. Er wurde dort quasi mit Jubelstürmen empfangen: „Boah, ein Vater, der sich kümmert, megatoll!“ Bei einer Mutter ist das hingegen ganz normal, sie ist ja Mutter.“

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