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Kultur

Marsimoto in Wien: Fette Beats, grüner Nebel, tolle Party

In der Rolle seines grünen Alter-Egos machte Rapper Marteria im Gasometer ordentlich Krawall.

von Brigitte Schokarth

03/01/2019, 01:01 AM

Damit „man wieder träumen kann“, hat Rapper Marteria sein Alter-Ego Marsimoto 2006 erfunden - diesen grün-liebenden Außerirdischen mit Glitzer-Overall und Maske, der so gern kifft und auf simple, aber humorvolle Parolen setzt. Während Marteria der versöhnliche, nachdenkliche Brückenbauer war, durfte „Marsi“ der freakige, hedonistische Krawallmacher sein.

Mit dem immerhin schon fünften Album „Verde“ macht er heute immer noch ordentlich Krawall. Auch beim Wien-Konzert Donnerstagabend im Gasometer. Schwere Beats, wuchtige Bässe und dichte, grüne Nebelschwaden bestimmen den Beginn der Show. Marsimoto singt von der „Vespa Gang“ und der „GoPro“-Action-Kamera.

Härter und düsterer klingt das als auf den Alben, und der als Marten Laciny geborene Rapper verzichtet im Gasometer auch fast gänzlich auf die Stimmverfremdung, die auf Platte das Markenzeichen von Marsimoto ist. Ein erster Höhepunkt ist „Anarchie“. Das Licht schaltet auf Rot, die Stimmung auf heiß.

Danach flaut sie aber erstmal wieder ein bisschen ab. Es gibt wieder Nebelschwaden. Und noch mehr Nebelschwaden. Musikalisch mischen sich jetzt zarte Reggae- oder auch Industrial-Einflüsse in die Beats, die Hip-Hop und Rock fusionieren. Die Vielfalt und Raffinesse, die Marsimotos Studio-Produktionen auszeichnen, kann die aus Drummer, Gitarrist, Bassist und Keyboarder bestehende Band aber nicht ganz nachahmen.

Trotzdem steigt die Stimmung stetig. Ein weiterer Höhepunkt ist „Für Uwe“, bei dem Marsimoto für das Lied für seinen besten Freund Feuerzeuge (und keine kalten Handy-Lichter) fordert - und bekommt. Danach fliegt der 36-Jährige von einem Höhepunkt zum anderen. Ab „Indianer“ und „Green Granada“ kann sich bis zum Ende keiner mehr den hypnotischen Beats entziehen. 

Auch wenn Laciny Marsimoto damals erfunden hat, damit man wieder träumen kann, steht der Alien heute keineswegs mehr für Fantaisen in anderen Welten, sondern für hemmungslose Action im Hier und Jetzt.

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