© Anna-Maria Löffelberger

Kritik
11/02/2021

"Macbeth" in Salzburg: Morde in verbrannter Erde mit großer Bildermacht

Giuseppe Verdis "Macbeth“ in der Salzburger Felsenreitschule (Von Helmut Christian Mayer).

Erde bedeckt den gesamten Boden der riesigen Breitwandbühne der Felsenreitschule. Ständig ziehen Rauchschwaden über diese verbrannte Erde: Ein starkes Symbol, denn hier treibt „Macbeth“ sein Unwesen oder besser gesagt, seine machtgierige Frau, die Lady Macbeth, die ihn in einen blutigen Reigen von Mord und Intrigen treibt. Hier wird gemordet, hier werden die Leichen vergraben, hier kochen die Hexen ihren Trank.

Blutig und düster

Macbeth erscheint auch gleich beim Vorspiel mit blutverschmierten Händen und irrem Blick aus einer der vielen kleinen Öffnungen. In dieser dampfenden, düsteren, ja gruseligen Atmosphäre mit großer Bildmacht zeigt Amélie Niermeyer Giuseppe Verdis Oper als Produktion des Landestheaters Salzburg.

Die schwarzbekleideten Hexen lungern von Anfang an entlang von kalten, kupferfarbenen Wänden auf der ansonsten leer geräumten Bühne (Alexander Müller-Ellmau) herum und kriechen über kleine, bodennahe Öffnungen rein und raus. Sie bringen dem Titelhelden auch den Dolch, die spätere Mordwaffe aber ebenso auch das Wasser zum Reinwaschen.

Psychologisch gedacht

Die Story über den schottischen König wird von der deutschen Regisseurin, die hier am Landestheater schon mehrfach inszeniert hat, voll von Dämonie und Spannung aber auch psychologisch durchdacht gezeigt. Faszinierend ist auch, wie sie die Manipulation von Macbeth durch seine Lady in ihrer auch sonst sehr detaillierten Personenführung darstellt. Entbehrlich erscheinen jedoch die Projektionen über Bombardements und Ruinen von bombardierten Städten beim bekannten Chor „Patria oppressa“.

Extrem Spannendes ist auch aus dem Orchestergraben zu hören: Dort agiert ganz exzellent der für den erkrankten Chefdirigenten kurzfristig eingesprungene, erste Kapellmeister Gabriel Venzago. Er lässt mit enormem Einsatz aus dem Mozarteumorchester nicht nur gewaltige Ausbrüche und mitreißende Steigerungen vernehmen, sondern auch feine, wunderbar austarierte Lyrismen.

Präsent und intensiv

Simon Neal ist ein sehr präsenter, intensiver, recht derb dargestellter Titelheld, den er mit einem voluminösem, aber sehr weichen etwas zu wenig prägnanten Bariton singt. Annemarie Kremer als Lady Macbeth hat alle Spitzentöne. Sie wirkte zwar anfänglich recht blass, konnte sich jedoch bis zur „Nachtwandlerszene“ steigern, die sie mit ganz wunderbaren Piani sang.

Tadellos und bejubelt

Raimundas Jazuitis ist ein Banquo mit kultiviertem, etwas zu kleinem Bass. Luke Sinclair singt den Macduff mit höhensicherem Tenor. Auch die kleineren Partien und der stimmgewaltige Chor singen tadellos. Und das Publikum jubelte uneingeschränkt!

Weitere Termine gibt es noch bis 27. November.

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