Lueger-Denkmal: Kontextualisierung kostet über 770.000 Euro

Ursprünglich kommunizierter Betrag belief sich auf 500.000 Euro, FPÖ übt Kritik
Lueger-Denkmal

Ende Jänner wurde die Bronzefigur des wegen seines Antisemitismus umstrittenen früheren Wiener Bürgermeisters Karl Lueger (1844-1910) im Zuge der Vorarbeiten für die geplante Kontextualisierung des Denkmals an der Wiener Ringstraße abgebaut. Bis zum Sommer soll es, entsprechend dem Konzept des Künstlers Klemens Wihlidal, mit einer Neigung von 3,5 Grad wieder aufgestellt werden. Die ursprünglich kommunizierten Kosten von 500.000 Euro stiegen mittlerweile auf über 770.000 Euro.

Wie "Heute" und die "Kronen Zeitung" am Dienstag berichteten, liegt nach der Beantwortung einer FPÖ-Anfrage nun die Kostenaufschlüsselung der Stadt Wien Kunst GmbH vor. Für Wettbewerb, Bauleistung, Restaurierung und Nebenkosten werden demnach insgesamt 776.167 Euro veranschlagt. Der von Wihlidal gewonnene künstlerische Wettbewerb inklusive wissenschaftlicher Aufarbeitung kostete 136.257 Euro, für die Bauleistung werden 237.548 Euro genannt. Die Restaurierung im Zuge der Neigung wird mit 137.549 Euro beziffert. Nebenkosten wie Gutachten, Ausschreibungsverfahren und weitere künstlerische Leistungen werden mit 246.553 Euro angegeben.

Der Gemeinderat beschloss nach Austragung des Wettbewerbs im Jahr 2023 die Umsetzung für das Projekt "Schieflage (Karl Lueger 3.5°)" mit 500.000 Euro. Die Kosten für den davor abgewickelten künstlerischen Wettbewerb (136.257 Euro) seien den geplanten Umsetzungskosten in Höhe von 500.000 Euro hinzuzurechnen. Die weitere Kostensteigerung erklärt das Büro von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler mit teilweise geänderten Anforderungen an das Projekt, die sich in der Zwischenzeit ergeben haben. 

Darüber hinaus handle es sich bei der gegenständlichen Kostenaufstellung sowohl um bereits angefallene Kosten als auch um prognostizierte Aufwendungen. "Die geschätzten Kosten ergeben sich zu einem überwiegenden Teil aus Verpflichtungen gegenüber dem Bundesdenkmalamt." So müssten etwa die abgeschlagenen Details am Sockel des Denkmals wiederhergestellt werden. "Im Sinne der Effizienz werden diese Restaurierungsarbeiten gleichzeitig durchgeführt, um doppelte Baustelleneinrichtung und Transportkosten zu vermeiden."

Kritik von der Wiener FPÖ

Kritik kam von der Wiener FPÖ: "Statt bestehende kulturelle Einrichtungen abzusichern, Kulturschaffende zu unterstützen und Wiener Traditionen zu stärken, wird Geld für ideologisch motivierte Prestigeprojekte verschleudert", heißt es am Dienstag in einer Aussendung von FPÖ-Stadtrat Stefan Berger und Kultursprecher Lukas Brucker.

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