Pressefotos

© Privatstiftung Künstler aus Gugging

Gugging
08/05/2013

Kopffüßler und Körpergesicht

"Faces": Im Art Brut Museum im Wienerwald dreht sich alles um Gesichter.

Augen, 2.“

Beschriftet und nummeriert, in zügigen Strichen gezeichnet, starren sie unverwandt, groß und verwundert, vielleicht auch in Schrecken geöffnet von der Wand herab. Dazu kommen Nase und Mund – eine vertikale Kluft und eine horizontale Öffnung voller Zähne. Auch die sind nummeriert. Fertig ist das Menschengesicht.

Eindringlich, faszinierend und vielleicht ein wenig beunruhigend mutet das Werk Rudolf Horaceks in seiner Behandlung des menschlichen Antlitzes an. Erscheint das Gesicht einerseits als Konstante der Wahrnehmung, so wird es andererseits in seine Einzelteile zerlegt, aufgeschlüsselt.

Dreifachschau

Gleich drei Ausstellungen sind imMuseum Guggingdiesen Sommer dem Thema Gesicht gewidmet. Die Gugginger Künstler selbst sind mit „faces from gugging“ vertreten. Die Schau zeigt ausgewählte Werke aus den letzten Jahrzehnten, in denen die Darstellung von Gesichtern eine beherrschende Rolle spielt. Neben Horacek sind auch Bilder von Oswald Tschirtner, Fritz Koller, Johann Hauser, August Walla, Johann Garber und vielen anderen zu sehen.

Die Vielfalt an Stilen und Herangehensweisen fällt dabei besonders auf: Tschirtner schreibt den Rädern eines Fahrrads glotzende Augen ein, malt aber sonst vor allem die in Serie auftretenden und in sich gekehrt wirkenden „Kopffüßler“.

Garber zeichnet comicartige Prominentenporträts (Udo Jürgens, Elvis Presley, Peter Weck) und bevölkert sie mit schwirrenden Kleinformen tierischen, pflanzlichen oder mineralischen Ursprungs. Hauser sorgt in seinen aus düsteren Graphitstrudeln und leuchtenden Farbflächen bestehenden Frauenporträts für die interessante Erkenntnis, dass die weibliche Form, auf Busen und Körperöffnungen reduziert, auch etwas Ähnliches wie ein Gesicht ergibt. August Walla setzt seine Gesichter aus bunt angemalten Farbflächen mit dicken Konturen zusammen, als würde er sie mit Bauklötzen bauen.

Fotografie

Um „faces.!“ geht es auch in den fotografischen Werken von Mathias Braschler und Monika Fischer. Das Schweizer Künstlerpaar setzt in seinen großformatigen Porträts Menschen aus aller Welt monumental in Szene und erstellt auf diese Weise einen Katalog von Persönlichkeiten. Während die Protagonisten für den Zweck des Porträts kurz auf eine heldenhafte Ebene enthoben werden, bleibt die ungeschönte Realität im Hintergrund jedoch immer spürbar.

Der Schnittpunkt zu Gugging ist eine Serie von Porträts, die Braschler 1995 gemeinsam mit verschiedenen Gugginger Künstlern erarbeitet hatte. Ergänzt durch weitere, 2013 entstandene Fotos ist auch diese in der Ausstellung zu sehen.

Bilder der Ausstellung

Gugging "Faces"

Gugging "Faces"

Gugging "Faces"

Gugging "Faces"

Gugging "Faces"

Gugging "Faces"

Gugging "Faces"

Gugging "Faces"

Gugging "Faces"

Gugging "Faces"

Gugging "Faces"

Gugging "Faces"

Gugging "Faces"

Altmeisterhaft

Zu guter Letzt fügen sich auch die Werke Adria Sartores ins Gesamtthema ein: Die Genueser Malerin ist Autodidaktin und malt die Porträts junger Mädchen im altmeisterlichen Stil. Brennpunkt der Bildnisse ist nicht selten der Blick der zerbrechlichen Protagonistinnen, der aus den dunklen, undefinierten Bildräumen heraus direkt den des Betrachters trifft. Ausdrucksstarke Gesichter, die auch hier so manches zu erzählen wissen.

Noch bis 6. Oktober kann man diesen vielfältigen Gugginger Gesichtern bei einem Ausflug in den Wienerwald gegenübertreten.

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