Trauermusik mit Witz: Die Musicbanda Franui mit "Mischmasch“ im Konzerthaus
Es geht einem das Herz auf, wenn sie Tanzbodenstücke spielen und zu Trauermusik singen: Die Osttiroler Musicbanda Franui war Mittwoch im Wiener Konzerthaus mit "Mischmasch“, was auch „Kraut und Rüben“ oder „Ramasuri“ heißen könnte.
Ins Konzept von „Comedy & Music“ passen schon die „Ouvertüre ennuyeuse“, eine Erkundung der Langeweile, die paradoxerweise unterhaltsam ist, und das „Volkslied mit Flugzeug“ nach einem Gedicht des Schweizer Kabarettisten Franz Hohler in einem famosen Mix aus volksliedhaften, klassischen und modernen Klängen.
Der „Neuschluderbacher Tanz“ transformiert mit traditionellen Instrumenten der Alpenregion wie Geige, Hackbrett, Klarinette, Akkordeon, Trompete, Kontrabass und Tuba Melodien und Motive von Gustav Mahler in einen neuen und tanzbaren Kontext, und „Revelge“ re-interpretiert eigenwillig dessen gleichnamiges Sodatenlied aus „Des Knaben Wunderhorn“.
In den „Geistervariationen“, basierend auf Robert Schumanns letzter Komposition kurz vor seiner Einlieferung in die Nervenheilanstalt, sind auch Fragmente und Zitate von Mozart, Schubert, Mendelssohn und Satie zum Patchwork verwoben.
Und immer wird einerseits das Original ernst genommen und andererseits sinnlich neu erfahrbar. Instrumental erneuert und verwandelt erscheint schließlich auch das Schumann-Lied „Wehmut“ aus dem Liederzyklus „Dichterliebe“.
Am Ende zum Schmunzeln, Weinen und Lachen eine Auswahl Trauermarschmusik, nach Franui Mastermind Andreas Schett „die beste Volksmusik, die es im Alpenraum gibt, weil sie für touristische Zwecke nicht zu gebrauchen ist“.
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