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Kultur
08/21/2019

Komponist Thomas Larcher erhält Großen Österreichischen Staatspreis

Der Kunstsenat begründete sein Votum mit der Bedeutung von Thomas Larcher für die zeitgenössische Musik.

Der Große Österreichische Staatspreis geht heuer an den Innsbrucker Komponisten und Pianisten Thomas Larcher. Der Kunstsenat begründete sein Votum mit der Bedeutung von Larcher für die zeitgenössische Musik. Seine Werke werden von den wichtigsten Orchestern weltweit aufgeführt.

Die höchste Kulturauszeichnung der Republik, die mit 30.000 Euro dotiert ist, wird Larcher am 10. Oktober im Bundeskanzleramt verliehen. Larcher sei "ein Grenzgänger der Musik, der eine spezifische eigene Klangfarbe entwickelt hat", wird Kulturminister Alexander Schallenberg zitiert.

"Seine Musik erschließt sich dem Hörer unmittelbar: mutig, phantasievoll und raffiniert klangsinnlich scheint sie mit dem Zuhörer zu kommunizieren, zieht diesen in seinen Bann und erschließt so wertvolle Begegnungen mit faszinierenden Klanglandschaften", so Schallenberg weiters über den Geehrten. "Damit zählt er zu den weltweit führenden Vertretern der zeitgenössischen Musik."

Bereits vielfach ausgezeichnet

Der 55-jährige Tiroler wurde bereits vielfach ausgezeichnet. Allein im Vorjahr erhielt er den mit 75.000 Euro dotierten "Prix de Composition Musicale" in Monaco für seine 2016 geschriebene Symphonie Nr. 2 "Kenotaph" und den mit 10.000 Euro dotierten Ernst-Krenek-Preis der Stadt Wien.

"Als Komponist hat Thomas Larcher sowohl in großen als auch in kleinen Formaten Außergewöhnliches vollbracht. Seine Musik ist zutiefst kommunikativ und gleichzeitig doch kompromisslos", hieß es seitens der Chamber Music Society des Lincoln Center New York, die ihn mit dem Elise L. Stoeger Preis 2014/15 auszeichnete. "Larcher steht für ehrliche, authentische Musik, auf Distanz haltend und doch sehr offen", schrieb Manuel Brug 2012 im profil. "Dieser Komponist bereichert und erstaunt, er ist Utopist und trotzdem immer auch Realist. An ihm ist kein Kalkül, null Inszenierung."

Larcher wurde am 16. September 1963 in Innsbruck geboren und begann seine internationale Karriere vor allem als Interpret zeitgenössischer Werke. 1994 gründete er die Festivals "Klangspuren" in Schwaz sowie "Musik im Riesen" in Wattens, die wie seine Kompositionen seine Vielseitigkeit offenbarten. In seinem Oeuvre finden sich sowohl Werke für kleine wie große Formate, seine erste Oper "Das Jagdgewehr" wurde im Vorjahr bei den Bregenzer Festspielen uraufgeführt.