Auf der Bühne allzeit der Animator: Jan Delay

© APA/EPA/DANIEL KARMANN

Jan Delay rockte den Gasometer
10/03/2014

Jan Delay rockte den Gasometer

Mit seinem neuen Rock-Sound tat sich er Hamburger schwerer, die Fan von den Sitzen zu reißen.

Könnt ihr noch? Wollt ihr noch?“ Jan Delay fragt das bei seinen Shows häufig. Aber wenn die Neins bisher – wenn überhaupt – nur auf erstere Frage zutrafen, schien Donnerstagabend im Wiener Gasometer auch die zweite Frage nicht unberechtigt. Jedenfalls tat sich der Hamburger – seit seinem Album „Mercedes Dance“ von 2006 Deutschlands Nummer eins der „gepflegten Tanzmusik“ - anno 2014 etwas schwerer damit, seine Fans in einen Tanzrausch zu versetzen.

Es könnte an dem jüngsten Album liegen, an „Hammer & Michel“, mit dem sich Delay vom Soul ab und dem Rock zugewandt hat. Denn obwohl er auch auf der Rock-Tour seine perfekt eingespielte Superband Disko No . 1 dabei hat, die soulige Bläserpassagen und Chöre um die wuchtigen Gitarren-Riffs wickelt, haben diese Songs zwar großes Hit-Potenzial, aber nicht alle ganz so infektiöses Tanzpotenzial wie Funk-Beats.

Delay selbst macht alles richtig. Er ist - zusammen mit dem permanent hüpfenden, stampfenden und die Gliedmaßen schüttelnden Sängerinnen-Trio Delaydies – der große Animator, wedelt mit Fahnen und Händen, hüpft und tänzelt, dass man meint, die dünne Beinchen könnten brechen. Er hat das Programm, das zum Großteil aus den neuen Songs besteht, geschickt mit Medley-Passagen durchsetzt, rappt über die Riffs von „Paradiese City“ und „Song 2“ von Blur und erinnert mit dem Das-Bo-Cover „Türlich, Türlich“, dass er einst im Hip-Hop begann. Dazu knautscht und quäkt er so schön wie eh und je - als wären seine Stimmbänder endgültig in die Nase gerutscht.

Gegen Schluss gibt es mit „Hoffnung“ einen Balladen-Ruhepol, aber im Prinzip ist die Show durchwegs auf Party und Tanz gepolt. Doch frühe Hits wie „Klar“ und „Disko“ sind dabei deutlich effektiver. Erst gegen Schluss kann Delay mit „Feuer“ auch die Leute auf den Rängen zum Aufstehen und Tanzen bewegen. Und bei dem üblichen „Freeze“-Intermezzo – alle müssen in der Bewegung einfrieren, wenn die Band zu spielen aufhört – sind dann endgültig alle euphorisch mit dabei.

Auch wenn er das bei anderen Shows schon früher erreicht hat, waren Fans und Künstler schlussendlich hochzufrieden mit dem Abend. Delays Fazit: „Es war wunderschön bei euch!“

KURIER-Wertung:

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