Kultur
29.08.2018

Jackson-Musical: „Niemand kann seine Show kopieren“

„Beat It! – live“ mit Dantanio Goodman als Michael Jackson ist ab dem 30. 10. in Österreich auf Tournee

„Das Wichtigste ist ein toller Hauptdarsteller. Wenn du den nicht hast, brauchst du so eine Show gar nicht machen!“ Deshalb hat Oliver Forster, Produzent der Michael-Jackson-Show „Beat It! – live“ über 30 Darsteller des King Of Pop nach Berlin zu Castings einfliegen lassen. Und er hat die perfekte Besetzung gefunden: Sein Hauptdarsteller heißt Dantanio Goodman und hat nicht nur sämtliche Tanzbewegungen Jacksons perfekt drauf, sondern auch noch eine zum Verwechseln ähnliche Stimme. „Dantanio ist einer der ganz, ganz wenigen Jackson-Darsteller, die auch live singen können“, sagt Forster stolz.

Moonwalk und Zombies

Tatsächlich macht Goodman „Beat It! – live“ zur bestmöglichen Annäherung an ein Jackson-Konzert, die ohne den King Of Pop möglich ist. „Ich denke, so wie unsere Show könnte auch eine heute konzipierte Michael-Jackson-Show aussehen“, erklärt Forster. „Wir haben uns in den Choreografien weitestgehend an die Originale gehalten, aber auch moderne Elemente eingebaut. Es gibt Windmaschinen und Pyrotechnik. Niemand kann eine Jackson-Show kopieren und schon gar nicht auf einer kleinen Theaterbühne. Aber es war uns wichtig, alle Schlüssel-Elemente, zum Beispiel den Moonwalk bei ,Billy Jean‘, die Zombies bei ,Thriller‘ dabei zu haben.“

An die 20 Jackson-Hits hat Forster in die Show eingebaut, darunter auch „Earth Song“, „Smooth Criminal“, „Scream“ und „Black Or White“. Aber auch einige von den Jackson Five, wobei der junge Michael Jackson, von Koffi Missah gespielt wird. Zusätzlich zeigt Forster in kurzen Spielszenen, wie Diana Ross den Star durch die Karriere begleitet hat, wer ihn in Bezug auf Tanz und Songtexte beeinflusst hat und wie ihn der Ruhm verändert hat.

Das war der Hauptgrund für Dantanio Goodman, der schon in der „Michael Jackson History Show“ Hauptdarsteller war, bei „Beat It! – live“ mitzumachen: „Als riesiger Jackson-Fan war es für mich eine Herzensangelegenheit, den Leuten, die zu jung sind, um dabei gewesen zu sein, eine Perspektive auf sein Leben zu geben.“

Schon mit neun Jahren begann Goodman Jacksons Tanz zu kopieren. „Mein großer Bruder tanzte jeden Samstag zu ,Don’t Stop Till You Get Enough‘“, erzählt der Südafrikaner im KURIER-Interview. „Wenn er dann in der Arbeit war, habe ich seine Tonbänder gestohlen und ihn kopiert, weil ich noch nicht wusste, wer Michael war. Einmal hat er mich erwischt, und ich musste ihm zeigen, was ich schon drauf hatte. Von da an habe ich geübt, indem ich die Videos von Jackson in Zeitlupe angeschaut und nach der Zeitlupe seine Moves kopiert habe, dass ich ja kein Detail in seinen Bewegungen auslasse. Mit zehn konnte ich den Moonwalk.“

Auch Forster ist ein ähnlich großer Michael-Jackson-Fan: „Ich habe auch Shows mit Falco und Elvis produziert“, sagt er. „Aber bin in dem Jahr geboren, als Elvis gestorben ist. Michael Jackson dagegen habe ich sieben Mal live gesehen. Und ich habe am selben Tag wie er Geburtstag!“ So schenkt Forster sich die Show, die in Berlin Premiere hat und ab 30. 10. in Österreich auf Tournee ist, zum Geburtstag.

Unterlassungsklage

Hoffentlich ist die Freude nicht getrübt: Denn die Nachlassverwalter von Jackson haben auf Unterlassung geklagt, weil sie, wie offiziell formuliert „grundlegende Bedenken“ haben. Möglicherweise aber auch, weil sie an einem eigenen Musical über Michael Jackson arbeiten, das 2020 Premiere haben soll. Forster sieht das gelassen. Denn Songs eines Künstler aufzuführen, die nicht verändert werden, bedarf keiner Zustimmung von Künstlerseite: „Wir machen eine Musical-Biografie, die dem sogenannten ,Kleinen Recht‘ unterliegt“, sagt Forster. „Das haben wir angemeldet, dabei werden die Musikrechte von der GEMA in Deutschland und in Österreich von der AKM lizenziert. Eine Zustimmung vom Michael Jacksons Estate braucht es nicht.“

 

„Beat It! – live“ auf Österreich-Tour:

30. 10. Bregenz/Festspielhaus 20.00 Uhr

3. 11. Wien /Stadthalle 15.00 und 20.00 Uhr

4. 11. Linz/Brucknerhaus 20.00 Uhr;

2019:

19. 2. Salzburg/Salzburgarena 20.00 Uhr

21. 2. Graz/Stadthalle 20.00 Uhr,

7. 3. Innsbruck/Olympiahalle 20.00 Uhr,

11. 3. Linz/TipsArena 20.00 Uhr